Wichtige Neuerungen

Einstufung

Die neue Systematik unterscheidet zwischen Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien. Die Kriterien zur Einstufung weichen zum Teil von denen der bisherigen Stoff- und Zubereitungs­richtlinie ab. Eingestuft wird nach den Kriterien für die Einstufung von Stoffen und Gemischen gemäß Anhang I der CLP-Verordnung.

Zur Einstufung gehören folgende Angaben:

  • Gefahrenklasse (es gibt nun 28 Gefahrenklassen statt bisher 15 Gefährlichkeitsmerkmale)
  • Gefahrenkategorie (diese unterteilen die jeweiligen Gefahrenklassen zur Angabe der Schwere der Gefahr)
  • Gefahrenhinweis (H-Hinweis oder H-Satz)

Es müssen alle zutreffenden Gefahrenklassen mit der jeweiligen Kategorie und dem H-Satz angegeben werden. Die Einstufung findet man im Sicherheitsdatenblatt im Abschnitt 2.


Kennzeichnungselemente

Zur Visualisierung der Gefahren lösen 9 neue Gefahrenpiktogramme (rot umrandete, auf die Spitze gestellte Quadrate mit schwarzem Symbol auf weißem Grund) die alten, orangefarbenen Gefahrensymbole ab.

Diese werden von der UNECE zur Verfügung gestellt.

  • Neu im Vergleich zu den alten Gefahrensymbolen sind die Gasflasche, das Ausrufezeichen und die Gesundheitsgefahr.
  • Das neue Signalwort beschreibt den potentiellen Gefährdungsgrad.
    • „Gefahr“: Signalwort für die schwerwiegenden Gefahrenkategorien
    • „Achtung“: Signalwort für die weniger schwerwiegenden Gefahrenkategorien
  • Die neuen Gefahrenhinweise, H-Hinweise (hazard statements) lösen die alten R-Sätze ab. Sie beschreiben die Art und gegebenenfalls den Schweregrad der von einem gefährlichen Stoff oder Gemisch ausgehenden Gefahr.
  • Die neuen Sicherheitshinweise, P-Hinweise (precautionary statements) ersetzen die alten S-Sätze. Sie beschreiben empfohlene Maßnahmen, um schädliche Wirkungen aufgrund der Exposition gegenüber einem gefährlichen Stoff oder Gemisch bei seiner Verwendung oder Beseitigung zu begrenzen oder zu vermeiden.

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Pflicht zu Meldung der Einstufung und Kennzeichnung für Stoffe bei der ECHA (Notifizierung)

Die CLP-Verordnung (CLP-V) verpflichtet Hersteller und Importeure zur Meldung der Einstufung, der Kennzeichnungselemente und gegebenenfalls der spezifischen Konzentrationsgrenzwerte oder M-Faktoren für Stoffe – und zwar ohne Mengengrenze (siehe Artikel 39 bis 42 CLP-V). Davon betroffen sind Stoffe, die nach der REACH-Verordnung registrierungspflichtig sind sowie Stoffe, die die Kriterien für die Einstufung als „gefährlich“ nach CLP-Verordnung erfüllen und entweder als solche oder in Gemischen in Verkehr gebracht werden. Bei Stoffen in Gemischen müssen die Konzentrationsgrenzwerte gemäß CLP-V oder gegebenenfalls Zubereitungsrichtlinie (1999/45/EG) für die Einstufung eines Gemisches als „gefährlich“ überschritten werden. Die Meldung ist kostenfrei.

Seit dem 01.12.2010 sind die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen bis spätestens einen Monat nach dem erstmaligen Inverkehrbringen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zu melden. Diese Meldungen werden im Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis anonymisiert öffentlich gemacht. Dort kann man nach dem englischen Stoffnamen oder besser nach Identifikationsnummern (Indexnummer, EG- oder CAS-Nummern) recherchieren, wie andere Hersteller und Importeure den Stoff einstufen:
echa.europa.eu/web/guest/information-on-chemicals/cl-inventory-database

Allerdings ist hier eine große Vielfalt an unterschiedlichen Einstufungen für jeden Stoff zu finden. Eine Bewertung der Einträge ist schwierig: Es werden weder zugrunde liegende Stoffdaten noch die entsprechenden Hersteller öffentlich genannt. Allerdings findet man einen Hinweis darauf, welcher Eintrag einem eingereichten Stoffdossier eines REACH-Konsortiums entspricht.

Weitere Informationen zur Meldepflicht finden Sie unter:
echa.europa.eu/clp/inventory_notification_de.asp
www.reach-clp-helpdesk.de/ (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin – BAuA)

Die Praxisanleitung 7 der ECHA in deutscher Sprache informiert über Details, Sie finden sie unter:
echa.europa.eu/documents/10162/13643/pg_7_clp_notif_de.pdf