Lohnnachweis

Die Beiträge zur Berufsgenossenschaft richten sich nach dem Finanzbedarf (Umlagesoll), den Arbeitsentgelten der Versicherten und der Unfallgefahr (Gefahrklassen) in den Unternehmen.

Erläuterungen zu den nachweispflichtigen Arbeitsentgelten finden Sie in den hier aufgeführten Brancheninformationen:

Mit Inkrafttreten des Gefahrtarifs 2013 der BG RCI gelten für die im Folgenden genannten Branchen weitgehend einheitliche Bestimmungen:


Neues UV-Meldeverfahren ab 2017 - Der Lohnnachweis wird digital

Logo Digitaler Lohnnachweis

Ab 1. Dezember 2016 müssen alle Unternehmerinnen und Unternehmer in ihrem Entgeltabrechnungsprogramm einen sogenannten Stammdatenabgleich durchführen. Das ist der erste Schritt zu einem neuen digitalen Lohnnachweis ab 2017.

Der Lohnnachweis ist eine der Grundlagen für die Berechnung des Beitrages, den Unternehmen für den Unfallversicherungsschutz ihrer Beschäftigten jährlich zahlen. Ab 1. Januar 2017 wird das bisherige Lohnnachweisverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung durch das neue UV-Meldeverfahren - den digitalen Lohnnachweis - abgelöst:

Der Lohnnachweis für das Beitragsjahr 2016 ist erstmals auf diesem neuen digitalen Weg bis zum 16. Februar 2017 zu übermitteln. Wird kein Personal beschäftigt - auch keine Aushilfen - entfällt die Meldung nach dem UV-Meldeverfahren.

Parallelverfahren für die Beitragsjahre 2016 und 2017

In einer zweijährigen Übergangsphase ist für die Beitragsjahre 2016 und 2017 zusätzlich zum digitalen Lohnnachweis auch weiterhin der bisher bekannte Lohnnachweis im Online-, Papier- oder Fax-Verfahren zu erstatten. Ab dem Beitragsjahr 2018, das heißt ab 1. Januar 2019, erfolgt die Meldung dann ausschließlich mit dem digitalen Lohnnachweis über das neue UV-Meldeverfahren.

Warum parallele Meldeverfahren?

Das neue Verfahren ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Die Übergangsregelung stellt eine richtige Beitragsberechnung sicher.

Das UV-Meldeverfahren im Überblick

Meldungen über das UV-Meldeverfahren erfolgen ausschließlich über die gesicherte und verschlüsselte Datenübertragung aus systemgeprüften Entgeltabrechnungsprogrammen oder Ausfüllhilfen (z.B. sv.net). Bitte stellen Sie sicher, dass Sie die aktuellste Version Ihres Entgeltabrechnungsprogramms nutzen. Vor der Erstattung des digitalen Lohnnachweises ist im sogenannten Vorverfahren ein automatisierter Abgleich der Unternehmensdaten durchzuführen. So wird sichergestellt, dass nur Meldungen mit korrekter Mitgliedsnummer und veranlagten Gefahrtarifstellen übermittelt werden. Der Abruf erfolgt automatisiert aus dem Entgeltabrechnungsprogramm, das im Unternehmen verwendet wird. Dieser Abruf muss aktiv durch den Nutzer angestoßen werden. Das kann ab 1. Dezember 2016 geschehen.

Hierfür sind folgende Zugangsdaten erforderlich:

  • Betriebsnummer der Berufsgenossenschaft (BBNRUV)
  • Mitgliedsnummer
  • PIN

Die Zugangsdaten werden von der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie im November 2016 schriftlich mitgeteilt. Tipp: Wenn Steuerberater oder andere Dienstleister mit der Meldung beauftragt sind, sollten die Zugangsdaten an diese weitergeleitet werden. Nach der erstmaligen Anmeldung im Stammdatendienst pro Beitragsjahr wird die meldende Stelle registriert. Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie erwartet von dieser Stelle einen digitalen Lohnnachweis für das abgefragte Beitragsjahr.

Der digitale Lohnnachweis beinhaltet folgende Angaben:

  • Mitgliedsnummer
  • Betriebsnummer der Berufsgenossenschaft
  • Bezogen auf die Gefahrtarifstellen: 
          o Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt              
          o Geleistete Arbeitsstunden               
          o Anzahl der Arbeitnehmer

Zusätzlich werden über das Entgeltabrechnungsprogramm oder die Ausfüllhilfe technische Merkmale übertragen, die es der Berufsgenossenschaft ermöglichen, die meldende/abrechnende Stelle zu erkennen.

Hat das Unternehmen mehrere meldende Stellen, ist für jede dieser Stellen ein Abruf und Abgleich der Stammdaten erforderlich. Die Berufsgenossenschaft erwartet dann für jeden Abruf Teillohnnachweise und fasst diese in einem Beitragsbescheid zusammen.

Gehen erwartete Lohnnachweise nicht ein, schätzt die Berufsgenossenschaft die zur Beitragsberechnung erforderlichen Daten.

Lohnnachweis ohne Entgeltabrechnungsprogramm

Falls kein Entgeltabrechnungsprogramm benutzt wird, ist für die Abgabe der Meldung eine systemgeprüfte Ausfüllhilfe zu verwenden (zum Beispiel sv-net).

Weitere Informationen

Detailliertere Informationen zum digitalen Lohnnachweis und zum neuen UV-Meldeverfahren bietet die Broschüre "Beschreibung zum UV-Meldeverfahren“ oder die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) unter www.dguv.de/uv-meldeverfahren.

Broschüre "Beschreibung zum UV-Meldeverfahren" 

Zur weiteren Veranschaulichung des neuen Meldeverfahrens ist von der DGUV ein Erklärfilm veröffentlicht worden. Dieser ist unter folgendem Link abrufbar:

Erklärfilm der DGUV


Neuregelung in der Satzung: Erhöhung des Höchst-Jahresarbeitsverdiensts

Die Vertreterversammlung der BG RCI hat mit Beschluss vom 11. November 2015 im Zuge einer Satzungsänderung die Anhebung des Höchst-Jahresarbeitsverdiensts (Höchst-JAV) auf den Weg gebracht. Er beträgt - vorbehaltlich der Genehmigung des Bundesversicherungsamts - ab 1. Januar 2016 branchenübergreifend 84.000 Euro (bisher 74.400 Euro).

Der Höchst-Jahresarbeitsverdienst (Höchst-JAV) stellt eine Kappungsgrenze (keine Versicherungsgrenze!) sowohl für die Beitragsberechnung als auch für die Gewährung von entgeltabhängigen Geldleistungen, insbesondere Verletztengeld und Verletztenrente dar. Mit der Fusion wurde der Höchst-JAV der Vorgänger-Berufsgenossenschaften der BG RCI bereits vereinheitlicht, wobei eine Anpassung auf den höchsten, bereits damals mehrere Jahre lang nicht angepassten Höchst-JAV von 74.400 Euro stattfand. Seit 2010 steigt daher die Zahl der Neurentenfälle, in denen die Rente wegen des Höchst-JAV gekappt werden muss, deutlich, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Angesichts der allgemeinen Inflation seit der letzten Anpassung des Höchst-JAV der Vorgänger-Berufsgenossenschaften der BG RCI war nun - auch bei einem Vergleich der bei anderen Berufsgenossenschaften geltenden Beträge - eine moderate Erhöhung auf 84.000 Euro angezeigt. Renten, die nach dem bisherigen Höchst-JAV berechnet und deshalb nicht mehr angepasst wurden, nehmen künftig wieder an Rentenanpassungen teil.

Bitte beachten Sie bei der Einreichung des Lohnnachweises und in den elektronischen Meldeverfahren, dass das Gesamtbruttoentgelt in dem Meldezeitraum ab 1. Januar 2016 (Umlagejahr 2016) bis zu der neuen Höchstgrenze von 84.000 Euro nachzuweisen ist; bei Lohnnachweisen, die den Meldezeitraum bis einschließlich zum Umlagejahr 2015 betreffen, gilt unverändert die Höchstgrenze von 74.400 Euro.

Sofern Sie eine freiwillige Versicherung (alle Branchen) oder eine Zusatzversicherung zur satzungsmäßigen Unternehmerversicherung (Branche Lederindustrie) abgeschlossen haben und Sie Ihre Versicherungssumme an den neuen Höchstbetrag anpassen möchten, ist dies mit einem formlosen schriftlichen Antrag jederzeit möglich (wirksam ab dem Folgemonat).

Weitere Informationen finden Sie im allgemeinen Bereich von Mitgliedschaft und Beitrag. Fragen beantwortet Ihnen auch gern telefonisch:

Serviceteam-Rufnummer 06221 5108-63100