Projekt:RE-BEM – Empirische Studie zum BEM

Kostenlose Unterstützung bei der Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements

Zahlreiche Betriebe haben auf die seit Jahren existierende Verpflichtung zur Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) noch gar nicht reagiert – oft aus Unwissenheit oder weil ihnen die Einführung dieses Instruments zu schwierig erscheint. Hier möchte RE-BEM, ein Projekt des DGB Bildungswerks, gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, einen Beitrag leisten.

Das in Paragraph 84 SGB IX (Sozialgesetzbuch IX) verortete Betriebliche Eingliederungsmanagement ist nach über zehnjähriger Laufzeit in den Unternehmen noch nicht in einem Umfang etabliert, wie es sich der Gesetzgeber seinerzeit vorgesehen hatte. Dies lässt sich durch verschiedene Hindernisse erklären, vor allem durch nicht ausreichende Unterstützung bei der Einführung in die betriebliche Praxis.

Das Projekt:RE-BEM soll jetzt Erkenntnisse darüber liefern, welche Hemmnisse es gibt und in welcher Form sie wirken. Ziel ist es, praxisorientierte Handlungsanweisungen zur BEM-Einführung, zugeschnitten auf die jeweilige Betriebsgröße, an die Hand zu geben.

Das Projekt ist über einen Zeitraum von drei Jahren angelegt und besteht aus drei Bausteinen. Baustein 1 „Online-Befragung“ und Baustein 2 „Sekundärforschung“ sind Bestandteil einer Analysephase. Danach startet mit Baustein 3 die Praxisphase. Hier sollen konkrete Handlungsoptionen mit den sich beteiligenden Unternehmen erarbeitet werden.

Baustein 1: Online-Befragung bis 31. Juli 2016
Die bundesweite, branchenübergreifende Online-Befragung läuft noch bis zum 31. Juli 2016. Sie wendet sich an alle, die sich in ihrem Unternehmen mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement befassen, insbesondere Arbeitgeber, BEM-Beauftragte und betriebliche Interessenvertretungen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass bereits ein BEM eingeführt wurde. Von Interesse ist vielmehr, warum noch kein BEM etabliert wurde bzw. welche Hemmnisse während der Anfangsphase aufgetaucht sind. Um valide Ergebnisse zu gewinnen, spielen bei der anonymisiert durchgeführten Befragung auch betriebliche Daten eine Rolle, etwa:

  • Betriebsgröße,
  • Anzahl der BEM-Fälle im vergangenen Jahr,
  • Anzahl abgeschlossener BEM-Fälle oder
  • mit welchen Institutionen bei etwaigen BEM-Fällen bereits zusammengearbeitet wurde.

Sollten solche Angaben nicht vorliegen, können die betreffenden Fragen übersprungen werden. An der Studie können interessierte Unternehmen unter bem.zensus.de teilnehmen.

Baustein 2: Sekundärforschung
Durch einen Abgleich der gewonnenen Befragungsergebnisse mit den Erkenntnissen aus früheren Projekten sollen in einem zweiten Schritt die ermittelten Ergebnisse verifiziert werden. Dieser Vergleich soll ein verlässliches Bild darüber liefern, warum ein BEM mancherorts problemlos eingeführt werden konnte und in anderen Fällen nicht.

Baustein 3:
Die Praxisphase Die festgestellten Mechanismen sollen schließlich in interessierten, möglichst unterschiedlichen (Klein-)Betrieben aus dem gesamten Bundesgebiet überprüft werden. Unternehmen, die Interesse haben, an der Praxisphase des RE-BEM-Projekts teilzunehmen, können sich direkt an Christine Zumbeck wenden, die das Vorhaben leitet (christine.zumbeck(at)dgb-bildungswerk.de, Tel.: 040 606 706-16).

Diesen sogenannten „Projektbetrieben“ eröffnet sich die Möglichkeit, mit kostenfreier Unterstützung geeignete, auf den Betrieb zugeschnittene Maßnahmen zur Einführung eines BEM zu erarbeiten. In der sich anschließenden begleitenden Phase werden die vereinbarten Schritte mit Hilfe eines standardisierten Verfahrens eingeleitet. Als Grundlage dient dabei der „Handlungsleitfaden für ein Betriebliches Eingliederungsmanagement“. Er beschreibt in anschaulicher Weise die wichtigsten zehn Schritte, um in den Unternehmen die Entwicklung eines BEM – insbesondere für schwerbehinderte Menschen – passgenau und effizient zu steuern.

Burkhard Rehn, BG RCI, Mainz