Erste Hilfe nach einem aufgefangenen Sturz

Filmsequenz Erste Hilfe nach einem aufgefangenen Sturz

Ein Mensch, der bewegungslos im Auffanggurt hängt, kann in kürzester Zeit ein Hängetrauma erleiden und ist als medizinischer Notfall zu betrachten. Ein Notruf ist umgehend abzusetzen.

Was passiert beim Hängetrauma?
Das Hängetrauma kann entstehen, wenn bei längerem, bewegungslosem Hängen in einem Auffanggurt der Rückstrom des Blutes aus den Beinen behindert wird bzw. verloren geht. Aufgrund der Bewegungslosigkeit versackt durch den Ausfall der so genannten „Muskelpumpe“ der Beinmuskulatur eine große Menge des Blutes in den Beinen. Dies kann zu einem orthostatischen (Kreislauf-) Schock führen. Als Folge des beeinträchtigten Blutkreislaufs kann es zu einer Unterversorgung des Gehirns und anderer wichtiger Organe mit Sauerstoff kommen. Sauerstoffmangel im Gehirn verursacht Bewusstlosigkeit und kann tödlich enden.

Was kann der Betroffene tun, um das Hängetrauma hinaus zu zögern?
Um dem Versacken des Blutes in den Beinen entgegenzuwirken, ist es wichtig, sich während des Hängens aktiv zu bewegen. Idealerweise sollten die Beine dabei gegen einen Widerstand bewegt werden, um die Muskelpumpe in Gang zu halten. Sofern der Gestürzte frei in der Luft hängt, kann er hierzu eine Trittschlinge oder einen Seilkürzer verwenden. Die Trittschlinge sollte vorbereitet mitgeführt werden, damit sie sofort zum Einsatz kommen kann.

Wie kann man dem Betroffenen helfen?
Indem man ihn beruhigt und ihn auffordert, die Beine zu bewegen. Nach dem Sturz in den Auffanggurt muss der Betroffene möglichst schnell aus der freihängenden Position befreit werden. Der Unternehmer muss dafür sorgen, dass für eine solche Rettungsaktion die erforderlichen Geräte und geschultes Personal zur Verfügung stehen.

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind durchzuführen?
Das vom Unternehmer vorgesehene Rettungsverfahren ist umgehend einzuleiten. Gibt es Hinweise auf ein mögliches Hängetrauma, so sind folgende Maßnahmen der Ersten Hilfe anzuwenden:

Bestehen keine massiven Blutungen und ist die Person nicht bewusstlos, sollte der Patient nach der Rettung mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden (sitzend oder hockend). Beengende Kleidungsstücke und Gurtbänder sind zu lockern. Atmung und Kreislauf müssen ständig überwacht werden, die Überführung in eine flache Lage sollte nur allmählich geschehen.

Ist der Gerettete bewusstlos und atmet normal, so ist die stabile Seitenlage herzustellen.

Fehlen Bewusstsein und normale Atmung, so sind die üblichen Massnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen.

Wichtig ist es auch, sich durch die Möglichkeit eines Hängetraumas nicht dazu verleiten zu lassen andere Verletzungen oder Erkrankungen zu übersehen!

Weiterführende Informationen und Hinweise zur ärztlichen Behandlung finden sich in der Information "Erste Hilfe - Notfallsituation: Hängetrauma" , zum Download unter 
http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/204-011.pdf.