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Besteht beim Einsatz von Handys oder von mobilen Funkgeräten in explosions­gefährdeten Bereichen Explosionsgefahr?

Im Strahlungsfeld von Sendern befindliche leitende Teile können als Empfangsantenne wirken und bei ausreichender Stärke des Feldes sowie geeigneter Größe der Empfangsantenne und optimaler Ankopplung in explosionsfähiger Atmosphäre Entzündungen verursachen: zum einen dadurch, dass bei sehr hoher Feldstärke die empfangene Hochfrequenzleistung dünne Drähte zum Glühen bringt, dass über Unterbrechungen leitender Teile Funken erzeugt werden oder (bei besonders hohen Frequenzen) sich bestimmte Werkstoffe durch Absorption erhitzen.

Nach DIN EN 6226-2-1 »Sicherheit in elektrischen und magnetischen Feldern im niedrigen und mittleren Frequenzbereich«, ist eine Sicherheit ohne zusätzliche Maßnahme bei Strahlungsquellen kleiner Leistung gegeben. Eine Zündgefahr unabhängig von der Zone ist für elektromagnetische Felder einer einzelnen Quelle mit einer Nennleistung  6 W unter dem Aspekt, dass sich die Strahlungsquelle nur in der Nähe der explosionsfähigen Atmosphäre befindet, nicht zu befürchten.

Da gesundheitliche Gefährdungen für Personen nicht auszuschließen sind, wenn elektromagnetische Felder mit Intensitäten oberhalb festgelegter Grenzwerte auf sie einwirken, ergeben sich aus dem Personenschutz Einschränkungen für maximale Nennleistungen für mobile Funkgeräte. Für ein Körpergewicht von 75 kg ergibt sich ein maximaler zulässiger Wert von 6 W. Somit können Hersteller nicht beliebig hohe Sendeleistungen anbieten. Postalisch zugelassene mobile Funktelefone liegen unter einer maximalen Nennleistung von 6 W. Das heißt: Bei Einsatz von postalisch zugelassenen mobilen Funktelefonen außerhalb von Ex-Bereichen kann durch abgestrahlte Hochfrequenzleistung kein Gas oder Dampf/Luft-Gemisch entzündet werden.

Fahrzeugstationen, die mit mobilen Funktelefonen und Verstärkern ausgerüstet sind, können ein Leistungsvermögen von 8 bis etwa 15 Watt erzielen. Bei diesen besteht die Möglichkeit, dass, auch wenn sie außerhalb eines explosionsgefährdeten Bereiches stehen, Energien in den Ex-Bereich über mehrere Meter hineingestrahlt werden und auf ein Empfangsgebilde treffen, das beispielsweise eine zündfähige Funkenstrecke entstehen lässt. Hier sind entsprechende Schutzmaßnahmen nach EX-RL, Abschnitt E 2 erforderlich. Dazu gehören Berechnung von Sicherheitsabständen zwischen Sender und möglichen Empfangsgebilden im explosionsgefährdeten Bereich, Ermittlung des Sicherheitsabstandes, in Zweifelsfällen durch Messung, Vermeidung von Empfangsgebilden, die zündwirksam werden können oder Durchführung von Abschirmmaßnahmen.