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Beschlüsse


Einsatz von tragbaren Gaswarngeräten für Freimessungen in Ex-Bereichen

Welche Ex‐Zulassung müssen tragbare Gaswarngeräte aufweisen, die bei Tankreinigungen für Freimessungen eingesetzt werden?

Diese Frage lässt sich nicht generell beantworten. Die Antwort hängt von den genauen Einsatzbedingungen sowie den Prozessschritten der Tankreinigung ab.

In Betrieben, die Tankreinigungen durchführen, erfolgt dies in der Regel nach einem festgelegten Arbeitsprozess. Ein Prozessschritt ist beispielsweise das Spülen des Tanks, um durch diesen Prozess explosionsfähige Atmosphäre aus dem Tank zu entfernen. Zur Überprüfung, ob die untere Explosionsgrenze (UEG) sicher unterschritten ist, wird die Konzentration im Tankinneren von außen mit einem tragbaren Gasmessgerät mit Pumpe und Ansaugschlauch gemessen. Hierbei stellt sich in der Praxis immer mal wieder die Frage, welche Ex‐Zulassung Pumpe und Messgerät für diese Messaufgabe haben sollten: Zulassung für Zone 0 oder für Zone 1?

Der Betreiber muss auf Basis seiner Gefährdungsbeurteilung entscheiden, ob er für Zone 0 zugelassene Geräte verwendet oder ob in seinem Anwendungsfall Geräte mit einer Zulassung für Zone 1 eingesetzt werden können.

Daraus ergeben sich die folgenden zwei Szenarien:

Szenario 1
Der Spülprozess zum Belüften des Tanks erfolgt nach einem festgelegten Prozess (z. B. drei bis fünffache Volumenspülung). Die im Prozess definierten Spülzeiten basieren auf den Erfahrungen des Betreibers und stellen im Normalbetrieb sicher, dass im Tank nach dem Spülprozess keine explosionsfähige Atmosphäre mehr vorliegt. Die Messung dient zur Absicherung des Spülergebnisses. Nur gelegentlich führte der Spülprozess noch nicht zum sicheren Unterschreiten der UEG. Durch Pumpe sowie Messgerät strömt daher nur gelegentlich eine Ex‐Atmosphäre. Dementsprechend können Pumpe und Messgerät mit einer Zulassung für Zone 1 eingesetzt werden.

Szenario 2
Während des Spülprozesses wird kontinuierlich die Konzentration im Tankinneren gemessen. Durch Pumpe und Messgerät fließt ständig, langzeitig oder häufig eine Ex‐Atmosphäre. Dementsprechend ist eine Zulassung für Zone 0 erforderlich.


Sichtkontrolle und Anzeigetest vor jeder Schicht

Aus Sicht des MEWAGG verfügt nach derzeitigem Kenntnisstand keine Technik im Bereich von Gaswarnanlagen und Gaswarngeräten über Eigenschaften, die allgemein eine Abweichung von den derzeitigen Regelungen der Merkblätter T 021 und T 023 zur Durchführung von regelmäßigen Kontrollen erlauben würden. Dies gilt insbesondere für die Sichtkontrolle und den Anzeigetest vor jeder Arbeitsschicht bei tragbaren Gaswarngeräten.


Verwendung von Teststationen

Dieser Beschluss ist eine Ergänzung zu den Merkblättern  T 021 und T 023 für die Verwendung von Teststationen bei Sichtkontrolle und Anzeigetest und/oder Funktionskontrolle.

Den gesamten Beschluss können Sie hier als PDF lesen:


Leitlinie für Vielstoff-Anwendungen von Gaswarngeräten für brennbare Gase und Dämpfe

Für die Überwachung von definierten brennbaren Gasen, die einzeln oder in geringer Anzahl auftreten, bleibt der Einsatz von Gaswarngeräten mit stoffspezifischem Nachweis der messtechnischen Funktionsfähigkeit für das(die) ausgewählte(n) Zielgas(e) verpflichtend (siehe zum Beispiel Liste funktionsgeprüfter Gaswarngeräte MEWAGG). Liegt ein solcher Nachweis für einzelne Stoffe nicht vor, ergeben sich für den Betreiber folgende Optionen zur Erweiterung des Nachweises der messtechnischen Funktionsfähigkeit:

I. Eine notifizierte Stelle beauftragen
II. Den Hersteller beauftragen
III. Den Nachweis selbst führen, wenn er über eine fachkundige Stelle verfügt (siehe T023)

 

Diese Vorgehensweise ist nicht möglich, wenn eine der folgenden Voraussetzungen zutrifft:

- Der Nachweis kann aufgrund der Stoffeigenschaften nicht geführt werden (z. B. chemische Instabilität)
- eine „große“ oder häufig wechselnde Anzahl von Einzelstoffen
- Stoffgemische mit variabler oder nicht genau definierter Zusammensetzung

 

In diesen Fällen können Gaswarngeräte mit dem Messprinzip „Wärmetönung“ für den Explosionsschutz eingesetzt werden, wobei folgende Bedingungen erfüllt sein müssen:

1. Der Nachweis der messtechnischen Funktionsfähigkeit muss für das eingesetzte Gaswarngerät mindestens für die folgenden Stoffe geführt worden sein: Methan, Propan, n-Hexan, n-Nonan und Benzol sowie gegebenenfalls für den im Folgenden Punkt 2 genannten Stoff, für den das Gaswarngerät die geringste Empfindlichkeit aufweist.

2. Grundsätzlich ist das Gaswarngerät für die Überwachung eines Stoffgemisches oder einer Stoffsammlung auf denjenigen Stoff zu justieren, der aus der Gesamtheit der in diesem Fall vorhandenen Stoffe die geringste Messempfindlichkeit in % der UEG aufweist. Wenn dieser Stoff nicht benannt werden kann oder diese Vorgehensweise nicht praktikabel ist, soll auf n-Nonan justiert werden. Bei der Justierung ist das Prüfgas über den für das betreffende Gaswarngerät vorgesehenen und im Nachweis der messtechnischen Funktionsfähigkeit gemäß Punkt 1 genannten Prüfadapter aufzugeben.

3. Die Alarmschwellen dürfen nicht über 30 % der UEG eingestellt werden.

4. Wenn nicht auszuschließen ist, dass in dem zu überwachenden Gasgemisch Katalysatorgifte enthalten sind, so muss nach jeder Alarmauslösung eine Funktionskontrolle durchgeführt werden. Zusätzlich sind die Maßnahmen zur Erkennung von Vergiftung entsprechend T023 Kapitel 9.2 durchzuführen.

 

Bei diesem Vorgehen kann es zu Fehlalarmen kommen, wenn im zu überwachenden Stoffgemisch Stoffe enthalten sind, für die die Empfindlichkeit des Gaswarngeräts wesentlich größer ist, als für den unter Punkt 2 genannten Stoff. Dieser „sichere Fehler“ ist bei dieser Vorgehensweise fallweise unvermeidbar!