App erläutert Arbeitsplatzgrenzwerte

Wird in einem Betrieb mit Gefahrstoffen gearbeitet oder können bei der Tätigkeit Gefahrstoffe entstehen oder freigesetzt werden, hat der Arbeitgeber alle davon ausgehenden Gefährdungen für die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten zu beurteilen. Der Arbeitgeber kann mit dieser Aufgabe auch qualifizierte Personen, wie beispielsweise Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Betriebsärzte, beauftragen. Grundsätzlich ist sicherzustellen, dass die Arbeitsplatzgrenzwerte nicht überschritten werden. Weiterhin ist durch Arbeitsplatzmessungen oder durch andere geeignete Methoden zur Ermittlung regelmäßig zu überprüfen, ob die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten werden. Um die mögliche Exposition bewerten und die richtigen technischen, organisatorischen und unter bestimmten Voraussetzungen auch persönlichen Schutzmaßnahmen festlegen zu können, sind Arbeitsplatzgrenzwerte (englisch: Occupational Exposure Limits, OEL) wichtige Beurteilungsmaßstäbe.

National und international beschäftigen sich verschiedene wissenschaftliche und politische Gremien mit der Grenzwertsetzung. Die Arbeiten betreffen einerseits Grenzwerte für bestimmte Einzelstoffe (beispielsweise auf europäischer Ebene die Binding Occupational Exposure Limits, BOEL), andererseits auch die Weiterentwicklung der Konzepte für Grenzwertansätze, beispielsweise im Rahmen einer Exposition-Risiko-Beziehung für krebserzeugende Stoffe. Mit dem gestaffelten Wirksamwerden von REACH sind weitere, neue Grenzwerte, die DNEL-Werte (Derived No Effect Level) in Europa verfügbar. Diese werden von den Unternehmen selbst erarbeitet. Darüber hinaus ist die Beurteilung der inneren Belastung mit Biologischen Arbeitsstoff-Toleranzwerten (BAT-Werten) ein wichtiger Indikator zur Bewertung der äußeren Exposition.

Wer sich schnell über die Definition und den Gültigkeitsbereich eines Arbeitsplatzgrenzwertes im internationalen Vergleich informieren möchte, findet unter www.grenzwertglossar.de oder www.limitvalues.net die webbasierte App eines umfassenden Glossars. Die IVSS, Sektion Chemie, stellt die Anwendung für Smartphones und Computer in deutscher und englischer Sprache kostenfrei zur Verfügung. Das Glossar gibt einen Überblick über die wichtigsten Grenzwerte, die national und international von verschiedenen wissenschaftlichen und politischen Gremien festgelegt werden. Erklärungen orientieren sich an den jeweils nationalen offiziellen Definitionen. Mit erster Priorität wurden die Grenzwerte der Länder aufgenommen, die im Arbeitskreis „Gefährliche Stoffe“ der IVSS vertreten sind, neben Deutschland sind dies Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz. Darüber hinaus wurden unter anderem die amerikanischen Grenzwerte TLV (Threshold Limit Values) und PEL (Permissible Exposure Limits) aufgenommen.

In den Texten findet der Nutzer die jeweiligen Abkürzungen erläutert, dazu die verantwortliche Institution, den rechtlichen Status (manche Grenzwerte sind verbindlich, andere nur empfohlen), die naturwissenschaftliche Einheit und weiterführende Quellen. Letztere sind - sofern im Internet verfügbar - direkt verlinkt. 

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