WEBVTT

1
00:00:00.000 --> 00:00:01.100
[Musik]

2
00:00:19.714 --> 00:00:28.100
Wir werden uns einmal um die Themen „Allgemeine Anmerkungen zur Prüfung“ kümmern, dann über die verschiedenen Prüfungsarten, 

3
00:00:28.375 --> 00:00:31.670
weil die Betriebssicherheitsverordnung da durchaus Spielräume lässt.

4
00:00:32.689 --> 00:00:40.575
Dann werde ich Ihnen Tipps geben zur Prüfungsdurchführung, speziell nochmal auf die 725 eingehen in aller Kürze der Zeit, 

5
00:00:40.670 --> 00:00:46.130
weil wir nur 30 Minuten haben, und Ihnen nochmal was zu Prüfkonzepten erzählen.

6
00:00:48.300 --> 00:00:55.384
Die allgemeinen Anmerkungen, da habe ich den Paragrafen 18, also die erlaubnispflichtigen Anlagen, rausgelassen.

7
00:00:55.640 --> 00:01:00.584
Es geht also ausschließlich um Prüfung durch befähigte Personen, nicht um Prüfung durch die ZÜSten.

8
00:01:01.720 --> 00:01:11.780
Die sind geregelt in den TRBSen 1201, insbesondere in Teil 1 und in der Betriebssicherheitsverordnung, Explosionsgefährdung, 

9
00:01:11.755 --> 00:01:19.580
also in dem Anhang 2 und neuerdings, wie heute Morgen schon gehört, im Ü-Anlagen-Gesetz, allerdings noch nicht in der Ü-Anlagen-Verordnung,

10
00:01:19.640 --> 00:01:22.740
weil die immer noch auf sich warten lässt.

11
00:01:22.840 --> 00:01:28.900
Das kann also auch noch ein bisschen dauern, bis wir da hoffentlich einen Bürokratieabbau erleben.

12
00:01:29.480 --> 00:01:31.180
Das ist zumindest das Ziel gewesen.

13
00:01:32.880 --> 00:01:38.880
Wir haben in der Betriebssicherheitsverordnung im Anhang 2 die Prüfung im Detail geregelt.

14
00:01:40.520 --> 00:01:50.220
Danach sind Anlagen erstmalig vor Inbetriebnahme und nach sogenannten prüfpflichtigen Änderungen zu prüfen.

15
00:01:50.440 --> 00:01:52.060
Was ist eine prüfpflichtige Änderung?

16
00:01:52.140 --> 00:02:02.160
Das sind insbesondere die Änderungen, wo sich die Exzoneinteilung oder die Zündgefahren in der Anlage ändern, und zwar insofern ändern,

17
00:02:02.240 --> 00:02:06.160
dass die nicht in der Gefährdungsbeurteilung zum Explosionsschutz schon enthalten sind.

18
00:02:08.754 --> 00:02:18.755
Bei der Prüfung ist dann festzustellen, ob die Anlage entsprechend den Unterlagen errichtet worden ist 

19
00:02:18.755 --> 00:02:22.390
und die Anlage sich in einem sicheren Zustand befindet.

20
00:02:23.030 --> 00:02:30.630
Die festgelegten technischen Maßnahmen, also im Explosionsschutz festgelegten technischen Maßnahmen, müssen geeignet sein,

21
00:02:30.850 --> 00:02:33.030
das muss man überprüfen, und funktionsfähig.

22
00:02:33.130 --> 00:02:37.055
Und auch die organisatorischen Maßnahmen, die festgelegt sind, 

23
00:02:37.434 --> 00:02:44.334
das kann zum Beispiel eine Arbeitsanweisung zur Erst-Inertisierung sein oder 

24
00:02:44.474 --> 00:02:52.580
eine Erdung beim Befüllen von mobilen Geräten, die muss wirksam und funktionsfähig sein.

25
00:02:52.585 --> 00:02:57.210
Und auch das muss man vor der Inbetriebnahme entsprechend prüfen.

26
00:02:58.230 --> 00:03:04.410
Dann gibt es die wiederkehrende Anlagenprüfung, das ist das durchaus häufiger vorkommende Prüfgeschäft,

27
00:03:04.440 --> 00:03:09.574
und zwar alle sechs Jahre durch eine besonders befähigte Person.

28
00:03:10.050 --> 00:03:14.650
Da ist die Grundlage die Zoneneinteilung, das heißt da wird dann nochmal geguckt, ob die Zoneneinteilung, 

29
00:03:14.635 --> 00:03:21.290
die man sechs Jahre vorher mal irgendwann gemacht hat, immer noch die gleiche ist und ob die immer noch stimmt.

30
00:03:22.290 --> 00:03:29.124
Man muss auch da gucken, ob die technischen Unterlagen vollständig und vorhanden sind und der Inhalt entsprechend plausibel ist, weil:

31
00:03:29.129 --> 00:03:31.675
Die Zoneneinteilung ist die Grundlage des Explosionsschutzes. 

32
00:03:31.695 --> 00:03:39.730
Weil: Danach kaufe ich alle Arbeitsmittel, danach betreibe ich alle Arbeitsmittel und deswegen ist das die Grundlage des gesamten Tuns.

33
00:03:39.850 --> 00:03:46.095
Die Prüfungen nach den Nummern 5.2 und 5.3 müssen durchgeführt worden sein in der Zwischenzeit.

34
00:03:46.130 --> 00:03:49.650
Und die dabei festgestellten Mängel müssen auch behoben worden sein.

35
00:03:50.990 --> 00:03:58.559
Und wenn man ein Instandhaltungskonzept nach Nummer 5.4 hat, ist zu prüfen, ob das immer noch geeignet ist und auch angewendet wird.

36
00:03:59.230 --> 00:04:06.835
Gleichzeitig wird natürlich geguckt, ob die Anlage sich in einem entsprechenden Zustand befindet, also sicher ist weiterhin, 

37
00:04:06.930 --> 00:04:14.330
und entsprechend die technischen Maßnahmen funktionieren und auch die organisatorischen Maßnahmen weiterhin funktionieren.

38
00:04:14.450 --> 00:04:17.510
Also alles das, was man auch bei der Erstprüfung durchführt.

39
00:04:18.350 --> 00:04:23.310
Dann gibt es die auf der vorigen Seite schon erwähnte 5.2er-Prüfung. 

40
00:04:23.310 --> 00:04:27.129
Das sind die Prüfungen, die alle drei Jahre passieren.

41
00:04:27.279 --> 00:04:33.800
Ob alle Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen entsprechend funktionieren.

42
00:04:33.870 --> 00:04:37.470
Also ob Pumpen sicher sind, ob Ventilatoren, Verdichter sicher sind.

43
00:04:38.790 --> 00:04:46.370
Grundlage ist da natürlich die Betriebsanleitung der Geräte und dann gibt es die 5.3er-Prüfung.

44
00:04:46.415 --> 00:04:52.450
Das sind Lüftungsanlagen, Gaswarneinrichtungen, Inertisierungseinrichtungen. Die müssen jährlich geprüft werden.

45
00:04:53.170 --> 00:04:57.110
Alle diese Prüfungen werden von befähigten Personen durchgeführt.

46
00:04:58.415 --> 00:05:07.020
Alternativ zu diesen Prüfungen gibt es das sogenannte Instandhaltungskonzept, das ist das Konzept nach Nummer 5.4 Anlage 2.

47
00:05:07.160 --> 00:05:14.134
Da kann man auf die Prüfung nach 5.2 und 5.3, also nicht nach den sechsjährigen, auf die kann man nicht verzichten, 

48
00:05:16.324 --> 00:05:22.139
wenn der Arbeitgeber im Rahmen der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung ein Instandhaltungskonzept festgelegt hat,

49
00:05:22.464 --> 00:05:32.275
das gleichfertig sicherstellt, dass die Prüfungen gemacht werden, aber eben nicht in diesem Rhythmus, 

50
00:05:32.285 --> 00:05:41.130
sondern dass während der Instandhaltung permanent geprüft wird und die Anlage im sicheren Zustand gehalten wird.

51
00:05:42.690 --> 00:05:49.170
Wichtig ist, die Eignung des Instandhaltungskonzepts muss man einmal im Rahmen einer Prüfung nach Nummer 4.1, 

52
00:05:49.210 --> 00:05:55.210
also Prüfung vor Erstinbetriebnahme, bewerten, auch wenn die Anlage schon betrieben wird.

53
00:05:57.410 --> 00:06:06.310
Wir hatten da eine Diskussion mit unserer zuständigen Behörde und mussten dann tatsächlich sehen, dass wir das gar nicht gemacht haben.

54
00:06:06.350 --> 00:06:09.170
Wir haben es im Rahmen der Wiederkehrenden Prüfung immer bewertet.

55
00:06:10.070 --> 00:06:14.450
Das ist nicht ganz korrekt. Der Wortlaut der Betriebssicherheitsverordnung ist da sehr eindeutig.

56
00:06:14.450 --> 00:06:19.085
Man muss es einmal vor Inbetriebnahme machen, auch wenn die Anlage schon betrieben wird, weil: 

57
00:06:19.115 --> 00:06:21.454
Das gibt es ja erst seit 2017.

58
00:06:21.939 --> 00:06:24.105
Das heißt, viele Anlagen liefen da schon 

59
00:06:24.120 --> 00:06:29.670
und wenn man dann ein Instandhaltungskonzept hat, muss man trotzdem vor Inbetriebnahme einmal das prüfen.

60
00:06:31.910 --> 00:06:41.650
Die im Rahmen dieser Instandhaltungsarbeiten durchgeführten Maßnahmen müssen dokumentiert werden, wie alle Prüfungen,

61
00:06:41.655 --> 00:06:48.090
also ist die Grundlage immer die Gleiche, und sind natürlich auch der Behörde auf Verlangen vorzulegen.

62
00:06:49.170 --> 00:06:53.690
Hier ist das Ganze einmal zusammengefasst. Jetzt gucke ich mal, ob ich meine Maus hier finde.

63
00:06:56.190 --> 00:06:59.360
Also die Prüfung vor Inbetriebnahme, hier unten ist die Zeitachse: 

64
00:06:59.350 --> 00:07:04.290
Vor Inbetriebnahme, erstes Jahr, drittes Jahr, da hinten hinter meinem Bild sechstes Jahr.

65
00:07:06.319 --> 00:07:11.685
Es gibt also jährlich die 5.3er-Prüfung für die Inertisierung Lüftungs- und Gaswarnanlagen. 

66
00:07:11.795 --> 00:07:18.715
Alle drei Jahre gibt es die Geräteprüfung, so nennen wir die, und alle sechs Jahre gibt es natürlich alle Prüfungen noch, 

67
00:07:18.750 --> 00:07:21.835
aber eben auch die 5.1er-Prüfung, nämlich die große Prüfung, 

68
00:07:21.835 --> 00:07:28.140
wo das gesamte Ex-Schutzkonzept und die Zoneneinteilung entsprechend überprüft wird.

69
00:07:28.890 --> 00:07:33.530
Und das Konzept nach 5.4 ist halt dauerhaft wirkend.

70
00:07:35.315 --> 00:07:42.114
Nochmal einige Dinge, die wir heute Morgen auch in der Fragerunde schon beantwortet haben, deswegen gehe ich da relativ zügig drüber hinweg,

71
00:07:42.179 --> 00:07:45.930
 Prüfergebnisse sind immer schriftlich aufzuzeichnen, das ist ganz wichtig.

72
00:07:47.470 --> 00:07:52.540
Neuerdings oder nicht neuerdings inzwischen, es gab eine Zeit, da war es elektronisch nicht erlaubt, 

73
00:07:52.630 --> 00:07:56.870
mittlerweile ist die Aufbewahrung der Prüfergebnisse elektronisch zulässig.

74
00:07:57.410 --> 00:08:06.615
Ich kann das auch nur anraten, weil: Ansonsten, wenn Fragen kommen, sucht man sehr lange, um die Antworten wiederzufinden.

75
00:08:06.640 --> 00:08:14.780
Gerade weil wir über viele Jahre sprechen, denn die Aufbewahrungsdauer dieser Prüfunterlagen, die ist die Lebensdauer der Anlage.

76
00:08:14.765 --> 00:08:21.535
Das heißt, das wird nicht nach der nächsten Prüfung vernichtet, sondern damit man Alterungseffekte bei den Anlagen erkennen kann, 

77
00:08:21.550 --> 00:08:28.220
ist es notwendig, dass diese Unterlagen ein Leben lang aufbewahrt werden.

78
00:08:28.335 --> 00:08:33.830
Insbesondere, wenn man gleichartige Anlagen hat, damit man auch daraus Schlüsse auf andere Anlagen ziehen kann.

79
00:08:34.590 --> 00:08:40.600
Die Prüfabweichungen sind entsprechend zu gewichten, das hatte ich heute Morgen schon mal erklärt.

80
00:08:40.990 --> 00:08:48.090
Das macht man als befähigte Person besten, indem man ein Datum bis zur Beseitigung des Mangels festlegt.

81
00:08:48.870 --> 00:08:58.670
Da haben sich so die Rhythmen ein Monat, zwei Wochen, ein halbes Jahr, maximal ein Jahr bewährt.

82
00:08:58.890 --> 00:09:06.790
Ein Jahr deswegen, weil im Übernahmengesetz die Maximalfrist für überwachungsbedürftige Anlagen auf ein Jahr begrenzt wurde.

83
00:09:07.125 --> 00:09:19.515
Vor zwei Jahren, vor drei Jahren glaube ich sogar, und das ist insofern die längste Prüffrist, die man, nicht Prüffrist, sondern Mangelbeseitigungsfrist, 

84
00:09:19.655 --> 00:09:20.950
die man festlegen darf.

85
00:09:21.610 --> 00:09:29.550
Wichtig ist auch, dass man die Unterlagen, die man als Grundlage für seine Prüfung hat, sich aufbewahrt.

86
00:09:29.640 --> 00:09:35.850
Ich habe das gerne auch elektronisch, das heißt, ich lege mir das elektronisch ab, sodass ich im Nachgang weiß:

87
00:09:35.870 --> 00:09:39.070
Welche Unterlagen habe ich als Grundlage gehabt? 

88
00:09:39.130 --> 00:09:45.530
Weil: Unsere Anlagen leben ja in der Regel, das heißt, die Anlage, wie ich sie letzte Woche geprüft habe, 

89
00:09:45.629 --> 00:09:49.410
muss nicht die gleiche Anlage sein, die ich heute vor mir habe.

90
00:09:50.010 --> 00:09:58.730
Natürlich müssen Änderungen auch geprüft werden, insofern hoffe ich, dass die Systeme so sind, dass man das nachvollziehen kann.

91
00:09:58.730 --> 00:10:04.950
Es ist deswegen trotzdem wichtig, dass man die Sachen listet in der Prüfbescheinigung, damit man weiß: Was ist die Grundlage?

92
00:10:04.950 --> 00:10:07.087
Da haben sich R&I-Fließbilder bewährt. 

93
00:10:07.970 --> 00:10:11.770
Das heißt, wenn ich als Grundlage das R&I-Fließbild habe, ich habe es aufbewahrt, 

94
00:10:11.787 --> 00:10:15.142
dann sehe ich die Roteinträge da drin, ich sehe: Was ist der Umfang gewesen.

95
00:10:15.163 --> 00:10:22.450
Und wenn dann hinterher Fragen sind, kann ich sagen: Das ist meine Grundlage als befähigte Person gewesen und nichts anderes.

96
00:10:24.250 --> 00:10:30.130
Eine 100% Prüfung ist nicht gefordert in der Betriebssicherheitsverordnung. Das heißt, das steht da nicht.

97
00:10:31.110 --> 00:10:38.610
Allerdings muss man sagen, dass Prüfungen vor Inbetriebnahme deutlich über den Umfang einer Wiederkehrenden Prüfung gehen müssen.

98
00:10:40.750 --> 00:10:48.596
Es sind immer alle drei Prüfarten nach TRBS anzuwenden, also eine Ordnungsprüfung, eine Nachprüfung, eine Detailprüfung.

99
00:10:48.621 --> 00:10:52.007
Man kann also nicht nur eine Ordnungsprüfung machen und sagen. „Ja, ich habe meine Anlage gesehen.“ 

100
00:10:52.020 --> 00:10:58.470
Das heißt, man muss wirklich vor Ort gehen und muss entsprechende Nachprüfungen machen.

101
00:10:58.510 --> 00:11:08.250
Und Detailprüfungen sind auch spätestens dann, wenn man ein Fragezeichen hat bei den Maschinenanlagen,

102
00:11:08.250 --> 00:11:13.370
die man da sieht oder auch mal eine Funktionsprüfung, eine Identifizierung, die muss man sich schon angucken.

103
00:11:14.950 --> 00:11:22.114
Sollte man Mängel feststellen, ist eine Prüfausweitung zwingend erforderlich, insbesondere deswegen, weil: 

104
00:11:22.514 --> 00:11:27.982
Die Erfahrung zeigt einfach, dass wenn ich an der einen Stelle einen Mangel feststelle, dann ist es oft so,

105
00:11:27.982 --> 00:11:30.364
dass es an anderen Stellen die gleiche Mängel gibt.

106
00:11:31.630 --> 00:11:37.270
Und wenn das zu viele werden, prüft man auch im Zweifel da alle gleichartigen Bauteile.

107
00:11:39.350 --> 00:11:51.167
Wichtig ist, dass man das auch aufzeichnet und den Umfang der Prüfung darstellt, aber eben, wie es von einigen Behörden schon mal verlangt wird,

108
00:11:51.160 --> 00:11:57.851
 dass man jeden Schaltkasten, jede Lampe einzeln aufzieht, das ist eigentlich nicht gewollt und es ist auch nicht zielführend.

109
00:12:01.260 --> 00:12:08.293
Die regelungstechnischen Schutzmaßnahmen sind zwingend mitzuprüfen, insbesondere Druckabsicherungen, Temperaturabschaltungen, Überfüllsicherungen.

110
00:12:08.772 --> 00:12:11.160
Wie man das macht, da werde ich gleich noch mal was zu sagen.

111
00:12:12.720 --> 00:12:21.420
Und dass man auch die TRGS 725 und die TRGS 1115  „Sicherheitsrelevante Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen“ sich im Detail anguckt,

112
00:12:21.540 --> 00:12:25.920
denn das ist ein relativ frisch geändertes Regelwerk.

113
00:12:27.880 --> 00:12:32.834
Diese Prüfung setzt sich zusammen aus der Bewertung des Betriebskonzeptes der Ex-Schutzmaßnahmen 

114
00:12:32.830 --> 00:12:39.800
ohne der Ex-Einrichtung und der Prüfung der Ex-Einrichtung nach TRGS 725, das sieht folgendermaßen aus.

115
00:12:41.460 --> 00:12:43.462
Das Betriebskonzept ist eigentlich das ...

116
00:12:43.920 --> 00:12:49.117
die Prozesse und Betriebsbedingungen, die für den bestimmungsgemäßen Betrieb der Anlage 

117
00:12:49.162 --> 00:12:57.459
einschließlich der Sonderfälle wie Instandhaltung, Anfahrprozesse, Abfahrprozesse notwendig sind.

118
00:12:57.859 --> 00:13:06.820
Die Ex-Einrichtungen, das sind alle MSR-Einrichtungen, die dem Explosionsschutz dienen und zwar nur die, die dem Explosionsschutz dienen.

119
00:13:07.000 --> 00:13:15.227
Also das heißt, wenn ich zum Beispiel ein Durchflussmessgerät habe, das nur für das Thema Rückströmsicherung verwendet wird, 

120
00:13:15.235 --> 00:13:22.800
aber keine Notwendigkeit mit dem Explosionsschutz hat, dann wird das in diesem Sinne auch nicht geprüft.

121
00:13:22.920 --> 00:13:28.560
Es kann sein, dass es eine SIL-Einrichtung ist; die kommt einmal aus der Anlagensicherheit und nicht aus dem Explosionsschutz.

122
00:13:32.230 --> 00:13:39.646
Ziel ist es, die Explosionssicherheit einmal zur Reduzierung der Eintrittswahrscheinlichkeit einer Ex-Zone, 

123
00:13:39.696 --> 00:13:49.850
also der Zoneinteilung, zu bewerten oder alternativ die Reduzierung der Wahrscheinlichkeit des Auftritts an einer Zündquelle.

124
00:13:50.630 --> 00:13:55.050
Einfachstes Beispiel ist zum Beispiel eine Lagertemperaturüberwachung bei einer Pumpe.

125
00:13:55.770 --> 00:14:05.090
Das heißt, das ist eine Zündquellenvermeidung, wohingegen der Trockenlaufschutz an einer Pumpe durchaus beides umfassen kann.

126
00:14:05.090 --> 00:14:11.259
Das kann einmal zur Zonenreduzierung dienen, dass die Pumpe also entsprechend gar keine Gase sieht, 

127
00:14:11.311 --> 00:14:16.650
weil die Trockenlaufschutzeinrichtung verhindert, dass die Pumpe trocken läuft und damit ist sie ständig gefüllt.

128
00:14:17.450 --> 00:14:23.803
Und gleichzeitig kann es zur Zündquellenreduzierung dienen, 

129
00:14:23.850 --> 00:14:30.387
also sprich das Vermeiden von Erwärmung, Trockenlauf von Gleitringdichtungen oder Ähnlichem.

130
00:14:31.852 --> 00:14:38.319
Und als drittes, last but not least, kann es natürlich eine tertiäre Explosionsschutzeinrichtung sein.

131
00:14:38.990 --> 00:14:45.003
Das sind zum Beispiel Funken, Messstrecken in Staubsaugeanlagen, 

132
00:14:45.064 --> 00:14:52.710
die dann zum Beispiel entweder Löschsysteme auslösen oder Schnellschlussarmaturen entsprechend aktivieren.

133
00:14:54.090 --> 00:14:58.450
So sieht das Ganze aus der TRGS 725 direkt herauskopiert aus.

134
00:14:58.450 --> 00:15:05.439
Es gibt als Erstes Schutzmaßnahmen bei meinem Betriebskonzept, dann gibt es die Ex-Schutzmaßnahmen ohne die PLT-Einrichtung, 

135
00:15:05.471 --> 00:15:13.910
und dann gibt es obendrauf, um das Zielniveau zu erreichen, die PLT-Einrichtung, die sogenannte Ex-Einrichtung nach 725.

136
00:15:14.270 --> 00:15:19.330
Warum die jetzt anders genannt worden sind, hier weiß ich ehrlich gesagt nicht, ist aber so.

137
00:15:19.930 --> 00:15:28.430
Und das ist in Summe die komplette Reduzierung der Zündwahrscheinlichkeit oder der Zonenausdehnung.

138
00:15:31.435 --> 00:15:35.160
Das ist eine Tabelle, die direkt aus der 725 auch ist.

139
00:15:35.340 --> 00:15:42.308
Hier sieht man, gebe ich nur mal ein Beispiel, also wir haben eine Zündquelle im vorsehbaren Fehlerfall.

140
00:15:42.362 --> 00:15:53.980
Wir haben eine ausreichende Wahrscheinlichkeitsverringerung der Zündquelle und dann brauche ich noch eine sogenannte K1-Maßnahme.

141
00:15:55.360 --> 00:16:00.620
Diese Maßnahmen sind dann wieder in ihrer Qualität bewertet.

142
00:16:01.280 --> 00:16:04.788
Das ist auf verschiedene Arten und Weisen möglich. 

143
00:16:04.945 --> 00:16:15.601
Also ich kann entweder nach DIN EN 61511 oder nach VDI 2180 hier mal eine K1-Maßnahme bewerten.

144
00:16:16.201 --> 00:16:24.374
Das heißt, eine K1-Maßnahme ist entweder eine PLT-Betriebseinrichtung oder eine SIL-1-Maßnahme.

145
00:16:24.400 --> 00:16:35.020
Es hat sich zumindest bei den Anlagen, die schon sicherheitsgerichtete Steuerung haben, bewährt, das entsprechend in SIL-Qualität auszuführen.

146
00:16:37.079 --> 00:16:40.160
Noch ein paar Anmerkungen zum Prüfkonzept.

147
00:16:40.340 --> 00:16:51.100
Warum mache ich ein Prüfkonzept nach dem Prüfen der fristgerechten Prüfung und wann ist die ständige Überwachung das beste Prüfkonzept?

148
00:16:53.300 --> 00:16:58.340
Die Benennung der Prüfer, das haben wir heute Morgen schon vom Kollegen Sticher gehört, das ist wichtig.

149
00:17:01.540 --> 00:17:06.302
Der Prüfer muss entsprechend verfahrenstechnisch gebildet sein. 

150
00:17:06.420 --> 00:17:11.920
Das heißt, er muss Zoneinteilungen können, er muss aber auch Zündquellenwissen haben ...

151
00:17:12.869 --> 00:17:16.180
und er macht die Ordnungsprüfung, insbesondere die Prüfung der Gefährdungsbeurteilung, 

152
00:17:16.180 --> 00:17:19.982
des Ex-Schutzdokuments und der Unterlagen der ATEX-Geräte.

153
00:17:20.440 --> 00:17:22.598
Das sind die entsprechenden Richtlinien hier.

154
00:17:26.726 --> 00:17:34.060
Dann wird entsprechend eine Sichtprüfung gemacht, da steht jetzt natürlich 100%, das heißt Sichtprüfung 100% empfiehlt sich dringend.

155
00:17:35.320 --> 00:17:42.140
Da wird der allgemeine Zustand der Anlage ohne Nutzung von Werkzeug bewerte. Dann gibt es auch eine Dichtheitsprüfung der Anlage.

156
00:17:42.280 --> 00:17:48.415
Das heißt ich gucke mir an: Sind Betriebsstoffe ausgetreten, liegt da Öl rum, ist die Beschilderung ordentlich? 

157
00:17:48.461 --> 00:17:56.383
Sind die Anforderungen nach Anlage 1 der Gefahrstoffverordnung, also Ex-Schilder und ähnliche Dinge vorhanden? 

158
00:17:57.533 --> 00:18:02.087
Und danach lege ich fest den Prüfumfang der Detail- und Nahprüfung.

159
00:18:02.330 --> 00:18:11.180
Da werden dann entsprechend die Geräte durch Öffnen und durch Verwenden von Messgeräten entsprechend weiter geprüft.

160
00:18:11.180 --> 00:18:18.420
So sieht so eine Prüfaufzeichnung dann aus. Es ist ein ungefähr zweiseitiges Dokument ohne die Mängel.

161
00:18:18.444 --> 00:18:25.011
Für die Mängel wird in der Regel auf separate Dokumente verwiesen, insbesondere auch auf SAP.

162
00:18:25.420 --> 00:18:32.852
Es hat sich bewährt, die Mängel direkt in solche elektronischen Systeme einzupflegen, damit die Zuständigkeiten direkt geklärt sind 

163
00:18:32.838 --> 00:18:35.780
und die Mängel auch zeitnah abgearbeitet werden können.

164
00:18:35.880 --> 00:18:40.200
Ansonsten hat man einen zusätzlichen manuellen Arbeitsschritt, die Mängel aus der Prüfbescheinigung zu übertragen.

165
00:18:41.207 --> 00:18:46.900
Das kostet Zeit und Geld und da können wieder Fehler passieren, es kann etwas vergessen werden.

166
00:18:48.200 --> 00:18:52.603
Alternativ dazu: Das vorhin erwähnte Konzept der ständigen Überwachung. 

167
00:18:53.992 --> 00:18:59.900
Auch hier ist natürlich eine Prüfung nach prüfpflichtigen Änderungen notwendig und vor Inbetriebnahme, wie gerade erwähnt.

168
00:19:01.140 --> 00:19:07.107
Und alle sechs Jahre ist eine Prüfung durch eine besonders befähigte Person auch weiterhin notwendig.

169
00:19:07.640 --> 00:19:17.146
Das Ganze ist auch nicht neu, das gibt es schon seit den 80er Jahren aus der ElexV, also ist eigentlich uralt.

170
00:19:20.071 --> 00:19:25.275
Der Nachteil ist, dass die Anforderungen, die fachlichen Anforderungen an das Personal relativ hoch sind,

171
00:19:25.290 --> 00:19:27.800
 da die Prüfungen in der Regel relativ schwer nachweisbar sind.

172
00:19:28.980 --> 00:19:32.868
Deswegen ist es hier unabdingbar, dass die Tätigkeiten alle aufgezeichnet werden. 

173
00:19:32.872 --> 00:19:37.780
und auch hier werden Prüfabweichungen und Prüfumfänge entsprechend festzulegen sein.

174
00:19:39.124 --> 00:19:46.380
Da hat sich bewährt, dass man normierte Checklisten verwendet, unter anderem für Rundgänge, aber auch für Austausch von Geräten.

175
00:19:46.520 --> 00:19:48.080
Ich zeige Ihnen auf der nächsten Seite ein Beispiel.

176
00:19:50.080 --> 00:19:54.340
Dazu, um das machen zu können, müssen die Leute die Anlage aus dem FF kennen.

177
00:19:54.440 --> 00:20:00.500
Das heißt, es ist extrem wichtig, dass die Leute ständig in der Anlage wirklich vorhanden sind.

178
00:20:00.500 --> 00:20:02.400
Deswegen heißt es eigentlich auch ständige Überwachung.

179
00:20:04.280 --> 00:20:10.320
Das Prüfkonzept muss im Rahmen einer Verfahrensanweisung oder Arbeitsanweisung oder beides schriftlich festgehalten werden.

180
00:20:10.420 --> 00:20:14.533
Das heißt, es muss klar sein, wer hat welche Zuständigkeiten und welche Verantwortlichkeiten.

181
00:20:15.647 --> 00:20:21.469
Wenn ich neue Geräte in die Anlage bringe, dann muss es eine entsprechende Installationsbescheinigung geben, 

182
00:20:21.469 --> 00:20:25.297
die dann am Ende des Tages auch von Fachleuten geprüft wird.

183
00:20:26.129 --> 00:20:36.280
Dann gibt es hier solche Checklisten, die dann regelmäßig durch Rundgänge ... bei uns steht es dummerweise noch tatsächlich,

184
00:20:36.280 --> 00:20:43.120
unser elektronisches Ablagesystem. Welches elektronische Ablagesystem hat er verwendet ... ist eigentlich egal.

185
00:20:45.980 --> 00:20:51.860
Der große Vorteil ist, ich kann verschiedene Befähigungsgrade und Ausbildungen benutzen.

186
00:20:51.980 --> 00:20:54.120
Das heißt, wir haben drei Stufen.

187
00:20:54.220 --> 00:21:01.776
Wir haben einmal Handwerker und Meister für Detailprüfungen und Ausschnittsprüfungen ...

188
00:21:01.776 --> 00:21:04.547
oder auch Fachfirmen für die Prüfung bestimmter Prüfobjekte, zum Beispiel für Gasfahranlagen, da kommt ein Externer.

189
00:21:04.529 --> 00:21:10.500
Wir haben Kälteanlagen, wo externe Firmen kommen, Wärmeübertragungsanlagen.

190
00:21:10.540 --> 00:21:15.168
 Man kann Druckgeräteprüfungen nutzen, AwSV-Prüfungen.

191
00:21:15.618 --> 00:21:21.120
Dann gibt es die Stufe B, das sind eigentlich die befähigten Personen nach 3.1.

192
00:21:21.266 --> 00:21:28.840
Die Stufe C, das sind die Ingenieure mit besonderen Kenntnissen im Explosionsschutz, die dann die Prüfung vor Inbetriebnahme und 

193
00:21:28.840 --> 00:21:34.600
die sechsjährigen Prüfungen machen und eben auch das Konzept auf Wirksamkeit überprüfen können.

194
00:21:37.760 --> 00:21:42.548
Der Vorteil ist, dass ich Teilprüfungen durch geschultes und unterwiesenes Personal machen kann. 

195
00:21:42.562 --> 00:21:47.680
Das macht man deswegen, weil wir in der chemischen Industrie viele Vollkontianlagen haben.

196
00:21:47.820 --> 00:21:53.030
Das heißt, wenn die Anlage übers Wochenende laufen muss, dann macht es Sinn, 

197
00:21:53.426 --> 00:22:00.916
dass ich Probleme in der Anlage durch Fachpersonal beheben und bewerten lasse und die Anlage nicht bis Montag stehen lassen muss, 

198
00:22:00.980 --> 00:22:12.037
bis eine befähigte Person verfügbar ist oder dass ich die befähigten Personen am Wochenende für die Prüfung in die Anlagen reinrufen muss,

199
00:22:12.023 --> 00:22:13.900
also dass die einen Bereitschaftsdienst haben müssen.

200
00:22:14.880 --> 00:22:18.160
Das ist der große Vorteil eigentlich von diesem Konzept.

201
00:22:21.120 --> 00:22:27.340
Die Stufe A und B, also die Handwerker- und Meisterebene, die muss natürlich regelmäßig auch in der Anlage arbeiten.

202
00:22:27.480 --> 00:22:31.840
Die müssen wissen, was ist bei der Installation von ATEX-Geräten notwendig.

203
00:22:31.900 --> 00:22:35.820
Die müssen Zugriff auf die Betriebsanleitungen haben, auch am Wochenende.

204
00:22:35.980 --> 00:22:43.580
Das heißt, wenn die Ersatzpumpe aus dem Magazin kommt, dann muss die Betriebsanleitung verfügbar sein, im Zweifel elektronisch natürlich und

205
00:22:43.580 --> 00:22:46.980
auch diese Arbeiten müssen entsprechend protokolliert werden.

206
00:22:47.080 --> 00:22:49.880
Das zeige ich Ihnen gleich auf der nächsten Seite mal.

207
00:22:49.880 --> 00:22:55.480
Das ist jetzt ein Beispielprotokoll für den Austausch einer MSR-Einrichtung.

208
00:22:56.260 --> 00:23:05.320
Das heißt, es gibt hier durchaus eine ganze Menge an Prüfaufgaben, Messbereich in Ordnung, Funktionsprüfung und so weiter.

209
00:23:05.940 --> 00:23:13.752
Und dann unterschreibt am Wochenende entsprechend der Fachhandwerker, der Anlagenverantwortliche unterschreibt dann im Zweifel montags, 

210
00:23:13.799 --> 00:23:17.959
genauso wie die befähigte Person, die am Montag darunter schreibt.

211
00:23:17.960 --> 00:23:22.160
Ein großer Vorteil ist, die Anlage läuft über das Wochenende weiter.

212
00:23:26.200 --> 00:23:28.620
Ich glaube, da habe ich eine Seite doppelt oder ich habe zurückgeblättert.

213
00:23:29.340 --> 00:23:34.700
Hier haben wir das Gleiche für den lichtelektrischen Austausch.

214
00:23:34.900 --> 00:23:44.420
Da ist es noch ein bisschen spannender, weil auf dem Prüfprotokoll dann auch der Elektromonteur zum Beispiel das richtige Anklemmen

215
00:23:44.420 --> 00:23:47.380
und die richtige Drehrichtung eines Elektromotors bescheinigen muss.

216
00:23:48.100 --> 00:23:52.000
Das heißt, das ist tatsächlich ein Mischprotokoll.

217
00:23:52.520 --> 00:23:57.720
Ich brauche aber natürlich die Bestätigung, dass die Maschine richtig justiert ist.

218
00:23:57.820 --> 00:23:59.480
Das machen Elektromonteure in der Regel.

219
00:24:00.700 --> 00:24:10.236
Und es muss zum Beispiel dokumentiert werden, dass die Maschine richtig geerdet ist, richtig ausgerichtet ist und sich auch richtig herum dreht.

220
00:24:10.500 --> 00:24:16.920
Das heißt, hier habe ich eine Mischung aus mechanischen Prüfungen und auch aus elektrischen Prüfungen.

221
00:24:18.502 --> 00:24:28.178
Auf der Rückseite von diesem Dokument haben wir noch für die Handwerker eine sehr detaillierte Ausarbeitung, 

222
00:24:28.239 --> 00:24:36.787
welche Schutzmaßnahmen nach 725 für welchen Aggregattyp so üblicherweise vorhanden sein sollte.

223
00:24:36.762 --> 00:24:42.129
Damit die Handwerker auch im Wochenende prüfen können, ob diese Maßnahmen da sind.

224
00:24:47.510 --> 00:24:51.470
Wir haben grundsätzlich eine Unterscheidung nach Fachgewerken.

225
00:24:51.570 --> 00:24:53.370
Ich habe es an einigen Stellen schon angedeutet.

226
00:24:53.850 --> 00:24:59.670
Es gibt also grundsätzlich eine Unterscheidung zwischen elektrisch und nicht elektrischem Explosionsschutz.

227
00:25:00.230 --> 00:25:10.406
In der Regel sind die Kollegen, die einen elektrotechnischen Hintergrund haben, auch nur befugt, elektrotechnischen Ex-Schutz zu bewerten.

228
00:25:11.750 --> 00:25:15.730
Verfahrenstechniker genauso bewerten in der Regel nicht den elektrischen Ex-Schutz.

229
00:25:15.730 --> 00:25:23.610
Es gibt ein, zwei Ausnahmen von Leuten, die beide Bildungszweige gelernt haben.

230
00:25:24.250 --> 00:25:27.758
Genauso wie wir den Blitzschutz nur durch Blitzschutzfachleute prüfen lassen, 

231
00:25:27.847 --> 00:25:30.847
außer bei der sechsjährigen Prüfung und bei der Prüfung vor Inbetriebnahme.

232
00:25:30.983 --> 00:25:39.751
Da machen die besonders befähigten Personen natürlich nochmal einen Querschnittscheck, ob der Blitzschutz entsprechend adäquat ist.

233
00:25:39.797 --> 00:25:44.932
Also wir lesen uns auch Blitzschutzkonzepte durch, ob die denn fachlich richtig sind.

234
00:25:44.950 --> 00:25:51.310
Unsere besonders befähigten Personen sind auch entsprechend im Blitzschutz ausgebildet.

235
00:25:52.410 --> 00:25:55.870
Und dass wir da schon was finden, das habe ich Ihnen heute Morgen im Vortrag hier schon gezeigt.

236
00:25:56.730 --> 00:26:02.365
Das war eine Prüfung nach sechs Jahren, wo ich dann festgestellt habe, dass da die Erdung tatsächlich fehlte,

237
00:26:02.408 --> 00:26:06.665
oder einer meiner Kollegen, ich weiß gar nicht mehr, wer es gefunden hatte.

238
00:26:09.150 --> 00:26:13.352
Die Verfahrenstechniker, die prüfen auch die organisatorischen Maßnahmen in der Regel,

239
00:26:13.417 --> 00:26:17.665
also Stoffe, Zoneneinteilungen, Sicherheitsdatenblätter, alles, was da so zugehört.

240
00:26:19.844 --> 00:26:24.550
Es hat sich sehr bewährt, verschiedenen Personenkreisen die Prüfung zu überlassen.

241
00:26:24.990 --> 00:26:32.487
Also eine Anlage wird mal von der ZÜS A geprüft, die Anlage B wird von der befähigten Person B geprüft, 

242
00:26:32.523 --> 00:26:36.106
die Anlage C wird von der ZÜS C geprüft. 

243
00:26:36.585 --> 00:26:45.550
Der Vorteil ist, dass man voneinander lernt und in der Regel immer besser wird in dem, was man da tut und findet.

244
00:26:46.250 --> 00:26:52.490
Ein alter Prüfer ist nicht immer ein guter Prüfer, das ist leider eine Erkenntnis, die wir auch mittlerweile haben.

245
00:26:53.550 --> 00:27:03.993
Ab und zu wechseln wir tatsächlich die Leute aus, das heißt, jemand anders prüft dann eine Anlage, die vorher der Kollege geprüft hat.

246
00:27:05.050 --> 00:27:12.449
Führt manchmal zu überraschenden Mängeln, die auch vorher schon da waren, ganz einfach, weil wir alle natürlich einen begrenzten Background haben,

247
00:27:12.502 --> 00:27:15.970
und der eine oder andere wird dann betriebsblind.

248
00:27:16.550 --> 00:27:21.070
Das Gleiche gilt für interne und externe Prüfungen, auch interne Prüfer sind manchmal betriebsblind.

249
00:27:22.390 --> 00:27:29.216
Gilt leider auch für ZÜSen, das heißt, auch eine ZÜS ist manchmal auszutauschen, weil: 

250
00:27:29.245 --> 00:27:35.857
Wenn 20 Jahre lang derselbe ZÜS-Prüfer kommt, dann sieht er auch im Zweifel Mängel nicht mehr, 

251
00:27:35.857 --> 00:27:38.553
die einfach schon vorher übersehen worden sind.

252
00:27:39.690 --> 00:27:47.110
Eine ZÜS darf durchaus natürlich Prüfungen als befähigte Person noch durchführen, muss die aber nach § 17 entsprechend bescheinigen.

253
00:27:47.110 --> 00:27:54.810
Im Zweifel landet natürlich auch dieser Mangel, den er dann findet, bei der Behörde. Muss man sich gut überlegen, ob man das möchte.

254
00:27:55.090 --> 00:28:01.290
Und Grundlage allen Tuns ist das Explosionsschutzdokument und ich habe tatsächlich schon Prüfungen gesehen, 

255
00:28:01.636 --> 00:28:06.850
wo der Prüfer das Ex-Schutzdokument nicht vorliegen hatte oder wo es nur ein grober Entwurf war.

256
00:28:08.930 --> 00:28:15.890
Eigentlich kann man dann direkt aufhören zu prüfen, weil: Das ist die Grundlage allen Tuns.

257
00:28:16.450 --> 00:28:23.037
Ohne Explosionsschutzdokument und Zoneneinteilung und Stoffdaten braucht man eigentlich kaum anzufangen,

258
00:28:23.247 --> 00:28:28.990
 weil man eigentlich nicht weiß, ob das die Grundlage ist, auf der man da aufbaut.

259
00:28:29.990 --> 00:28:36.630
Man darf auch Prüfungen anderer Prüfinstitutionen natürlich nutzen, also zum Beispiel Druckprüfungen, über die wir ja schon viel gehört haben.

260
00:28:36.690 --> 00:28:42.638
Weil: Wenn die Anlagen dicht sind, kommen natürlich auch außen entsprechend niedrige Zonen heraus. 

261
00:28:42.688 --> 00:28:45.016
Der Blitzschutz, habe ich gerade erwähnt, Aufzüge.

262
00:28:45.610 --> 00:28:50.320
Gucken Sie sich gerne mal Ihre Aufzugsprüfbescheinigung an, wenn Sie Aufzüge in Ex-Anlagen haben. 

263
00:28:50.331 --> 00:28:56.450
Ob denn der Prüfer, der den Aufzug geprüft hat, auch weiß, dass es ein Ex-Aufzug ist.

264
00:28:56.590 --> 00:29:03.307
Ich habe also da auch durchaus schon Fälle gehabt, wo dem Aufzugsprüfer es nicht aufgefallen ist, 

265
00:29:03.347 --> 00:29:08.754
dass es sich um einen Aufzug in einer Ex-Anlage handelte, der auch so den Expositionsschutz nicht geprüft hat, 

266
00:29:08.790 --> 00:29:13.630
obwohl wir natürlich gedacht haben, dass das da mit geprüft wird.

267
00:29:14.040 --> 00:29:20.683
Überfüllsicherungen nach AwSV entsprechend kann man natürlich auch heranziehen, Brandmeldeanlagen, 

268
00:29:20.744 --> 00:29:32.790
sei es VdS oder auch andere Prüforganisationen, Bauprüfverordnung oder andere Prüfvorgaben, da gibt es ja ganz viele.

269
00:29:34.510 --> 00:29:43.450
Wir nehmen auch für die sechsährige Prüfung gerne Handwerker mit, um zum Beispiel Dinge, Kleinigkeiten sofort reparieren zu lassen.

270
00:29:44.570 --> 00:29:51.990
Also, wenn jetzt mal ein Stopfen fehlt an einem Schaltkasten, dann hat der Handwerker die Stopfen in der Tasche und

271
00:29:51.990 --> 00:29:52.990
schraubt die direkt rein.

272
00:29:53.510 --> 00:29:58.870
Spart uns natürlich das Aufschreiben des Mangels und man hat weniger Arbeit.

273
00:29:59.491 --> 00:30:04.402
Der Betrieb hat weniger Arbeit. Er hat weniger Mängel, er hat weniger Ärger damit.

274
00:30:04.831 --> 00:30:10.397
Aber alles, was nicht sofort behoben werden kann, wird auch aufgeschrieben.

275
00:30:12.964 --> 00:30:18.739
Egal, ob der Betreiber eine mangelfreie Prüfbescheinigung haben möchte oder nicht, ich sage immer, ein Mangel tut nicht weh.

276
00:30:19.422 --> 00:30:30.422
Sondern es zeigt nur, dass wir sorgfältig mit unseren Anlagen umgehen und wissen, dass wir die Anlage auch sicher betrachten und betreiben.

277
00:30:31.635 --> 00:30:37.927
Deswegen ist das Aufschreiben von Mängeln auch gut für den Betreiber, weil: Er weiß, es kümmert sich jemand um die Sicherheit seiner Anlage.

278
00:30:42.877 --> 00:30:53.914
Hier habe ich Ihnen noch ein paar Quellen aufgeschrieben, die Sie nutzen können. Und damit bin ich eigentlich schon durch mit meinem Vortrag.

279
00:30:54.114 --> 00:30:56.306
Ich hoffe, ich habe die Zeit einigermaßen eingehalten.

280
00:30:56.889 --> 00:30:57.889
[Musik]
