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Language: de-DE

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Thema dieser Videoserie ist die Sicherheit chemischer Reaktionen im Rahmen der Anlagen- und Verfahrenssicherheit.

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In diesem Video werden die Grundlagen der thermischen Prozesssicherheit beschrieben.

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Und erklärt, weshalb das Thema für den sicheren Betrieb von Anlagen von Bedeutung ist.

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Mit chemischen Reaktionen kännen verschiedene Gefahren verbunden sein:

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Zum einen muss die Bildung brennbarer Gase in Betracht gezogen werden. Beispielsweise
entsteht Wasserstoff, wenn man Wasser und metallisches Natrium zusammenbringt.

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Der Wasserstoff entzündet sich dabei sofort und brennt mit heller Flamme.

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Bei anderen Reaktionen kännen sich giftige Gase bilden, beispielsweise wenn
Bleichlauge und Salzsäure gemischt werden. Dabei entsteht Chlorgas.

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Recht häufig sind Reaktionen auch mit der Freisetzung von Wärme
verbunden. Beispielsweise wenn man Säuren und Laugen mischt.

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Übrigens sind auch die beiden zuerst genannten Beispiele mit einer Wärmefreisetzung verbunden.

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Brände und Explosionen sind gefährlich, ohne Frage. Und
die Freisetzung giftiger Gase kann schlimme Folgen haben.

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Aber auch das Thema „Wärmefreisetzung“ darf nicht unterschätzt werden:

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Wenn die Reaktionswärme nicht abgeführt werden kann, steigt
die Temperatur und das System kann zum Sieden kommen.

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Das kann wiederum zu einem Druckaufbau führen, der die Auslegungsgrenzen der Anlage überschreiten kann.

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Auf dem höheren Temperaturniveau können Nebenreaktionen und Zersetzungen stattfinden.

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Diese sind meist mit einem weiteren Temperaturanstieg und der Bildung
von Gasen verbunden, was zu einem zusätzlichen Druckanstieg führen kann.

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Zusammengefasst: Durch eine unkontrollierte Wärmefreisetzung können
Prozesse außer Kontrolle geraten und durch das Versagen der Umschließung

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– ein anderer Ausdruck für das Bersten des Behälters – letztlich große Schäden verursachen.

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Die Aspekte Wärmeentwicklung – durch exotherme Reaktionen – und Druckaufbau

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– durch den Dampfdruck der erwärmten Reaktionsmischung oder durch
gebildete Zersetzungs-Gase – stehen im Fokus der Thermischen Prozesssicherheit.

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Neben dem bestimmungsgemäßen Verlauf einer Reaktion müssen auch
mögliche Abweichungen des Prozesses und Fehler betrachtet werden.

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Dazu gehören insbesondere die Verwechslung von Chemikalien, beispielsweise weil diese einen ähnlichen Namen oder ähnliche Bezeichnungen haben.

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Der Einfluss von Fremdstoffen, beispielsweise Verunreinigungen in den Einsatzstoffen, oder wenn sich noch Restprodukte einer Vorcharge in der Apparatur befinden.

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Mögliche Fehler bei der Dosierung, beispielsweise wenn Chemikalien in anderen Mengen oder in einer anderen Reihenfolge als vorgesehen vermischt werden.

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Und nicht zuletzt Fehler und Störungen im Anlagenbetrieb, beispielsweise wenn es zu einem Ausfall der Kühlung kommt oder wenn die Durchmischung durch den Rührer nicht wirksam ist.

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Und nicht nur chemische Synthesereaktionen können Wärme freisetzen. Manche Chemikalien können auch mit sich selbst exotherm reagieren.

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Wie beispielsweise bei der Polymerisation von Kunststoff-Vorprodukten, den so genannten Monomeren.

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Beispiele hierfür sind Styrol, Acrylsäure oder auch Epoxide. In diesen Fällen muss nicht nur die Synthesereaktion, sondern auch die Lagerung, die Destillation und andere Verfahrensschritte mit bedacht werden.

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Manche Chemikalien sind selbstzersetzlich, beispielsweise Peroxide. Andere energiereiche Stoffe sind beispielsweise Fulminate – das beschreibt schon der Name.

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Oder Diazoniumsalze, die als Zwischenprodukte der Farbstoff- und Pharmaindustrie auftreten.

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Oder Nitroverbindungen – bekannte Beispiele sind Nitroglycerin oder Trinitrotoluol, das TNT.

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Bei der Zersetzung entstehen hier neben Wärme auch noch große Mengen Gase, was die Stoffe besonders brisant macht.

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Diese Stoffe sind in der Regel nach Gefahrstoff- und Gefahrgut-Recht als explosive oder selbstzersetzliche Stoffe gekennzeichnet.

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Es gibt darüber hinaus aber auch noch etliche weitere gefährliche Stoffe und Verbindungen,insbesondere auch Gemische und Stoffpaarungen.

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Dazu zählen so genannte „Inkompatible Systeme“:

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So beschreibt man die Wechselwirkung mancher Chemikalien mit Werkstoffen, wie beispielsweise Acetylen mit Kupfer oder Ethylenoxid mit Metallsalzen.

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Auch hier wird es richtig gefährlich.

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Zusammengefasst: Im Rahmen der thermischen Prozesssicherheit sind folgende Aspekte von Bedeutung:

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Die Kenntnis der Stoffeigenschaften, insbesondere die Stabilität der verwendeten Chemikalien.

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Die Kenntnis der Reaktionswärme, sowohl der bestimmungsgemä§en Reaktion als auch der Nebenreaktionen.

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Die Berücksichtigung mäglicher Abweichungen des Prozesses und die Bewertung der Auswirkungen auf die Wärme- und Gasfreisetzung.

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Und schließlich das Erstellen eines Anlagen-Sicherheitskonzeptes, das die zuvor genannten Punkte berücksichtigt.