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Language: de-DE

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Thema dieser Videoserie ist die Sicherheit chemischer Reaktionen im Rahmen der Anlagen- und Verfahrenssicherheit.

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In diesem Video geht es darum, welche Maßnahmen gegen das Verwechseln von Chemikalien getroffen werden kännen.

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Der Einsatz der richtigen Edukte ist eine der Grundvoraussetzungen für das sichere Betreiben von Prozessanlagen.

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Um Stoffverwechslungen in Chemieanlagen zu vermeiden, und das gilt letztendlich auch für Betriebe anderer Branchen, die Chemikalien einsetzen,

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müssen insbesondere sichergestellt werden: die richtige Stoffidentität, der richtige Zugabeort und die richtige Zugabemenge.

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Ereignisse im Zusammenhang mit Chemikalienverwechslungen gehen nicht selten auf menschliches Fehlverhalten zurück.

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Gut ausgebildetes und unterwiesenes Personal mit Verständnis für die Abläufe im Betrieb und den damit verbundenen Gefahren ist ein entscheidendes Element im Sicherheitskonzept.

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Bei der Festlegung von Maßnahmen kännen unterschiedliche Aspekte eine Rolle spielen, die von den Umständen des Einzelfalles abhängen.

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Schauen wir uns die gängigen Maßnahmen an, und blicken auf deren Stärken und Schwächen.

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Durch Etikettierung werden Gebinde gekennzeichnet, also Fässer, Säcke, Container usw.

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Somit kann deren Inhalt einfach und eindeutig identifiziert werden – sofern die Etiketten gut sichtbar angebracht und deutlich lesbar sind.

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Dennoch besteht eine nicht unerhebliche Verwechslungsgefahr:

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Bei ähnlichen Bezeichnungen, insbesondere ähnlich lautenden Abkürzungen oder Nummerncodes.

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Oder wenn durch einen Wechsel des Lieferanten plätzlich andere Namen auf dem Gebinde stehen.

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Analog gilt die Anforderung einer Kennzeichnung auch für die Stelle, wo die Chemikalien angeliefert und Schläuche angeschlossen werden.

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Auch hierbei kam es schon wiederholt zu unerwünschten Reaktionen im Lagertank, weil die Kennzeichnung der Lieferstelle nicht eindeutig war.

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Oder weil beispielsweise infolge von Baumaßnahmen der Anschluss plötzlich an eine andere Stelle verlegt, dies aber nicht ausreichend kommuniziert worden war.

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Analytische Methoden gestatten die Identifikation von Chemikalien anhand bestimmter chemischer bzw. physikalischer Parameter.

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Es gibt eine Vielzahl analytischer Methoden und entsprechender Probenahme-Systeme. Dennoch besteht eine Verwechslungsgefahr:

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Wenn die Probenahme nicht repräsentativ ist, beispielsweise weil gleich einige hundert Säcke mit Chemikalien ankommen, die nicht alle einzeln beprobt werden können.

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Wenn in einem ein Großgebinde eine Entmischung stattgefunden hat und die Probe nur für einen Teil der Lieferung aussagekräftig ist.

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Oder, auch schon passiert, weil auf eine Freigabe durch das Labor verzichtet wird, weil man dringend auf eine Chemikalienlieferung gewartet hat – die allerdings mit einem anderen Lkw kam.

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Barcodes oder QR-Codes erlauben die elektronische Identifikation der Gebinde und können so entlang der gesamten logistischen Kette dazu beitragen, Verwechslungen zu vermeiden.

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Es ist jedoch zu bedenken, dass die Etikettierung an einer dritten Stelle erfolgt, so dass die Gefahr der Verwechslung eigentlich nur verlagert wird.

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Denn ein globales oder selbst nationales System der Kennzeichnung ist nicht gegeben.

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Das Vier-Augen-Prinzip besteht darin, dass die Überprüfung der Identität einer Chemikalie von zwei Personen durchgeführt wird, die unabhängig voneinander die Freigabe mit ihrer Unterschrift bestätigen.

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Hierbei besteht allerdings die Gefahr, dass sich jeder der Unterzeichnenden auf den anderen verlässt und möglicherweise statt doppelt gar nicht kontrolliert wird.

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Durch Verriegelungssysteme wird die Entnahme von Chemikalien aus einem Gebinde durch eine mechanische Sperrvorrichtung blockiert. 

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Diese kann ausschließlich durch eine berechtigte Person entfernt werden. Die Maßnahme ist allerdings nur wirksam bei Großgebinden.

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Bei Sackware ist eine vergleichbare Technik nicht anwendbar.

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Letzteres gilt auch für spezifische Schlauchkupplungen, die beim Abfüllen von Flüssigkeiten ein Verwechseln verhindern sollen.

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Hier kommt auch noch dazu, dass durch Adapterstücke die Sicherheit ausgehebelt werden kann.

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Dazu ein Beispiel: Im Lagerbereich einer Wasseraufbereitungsanlage gab es zwei Tankbehälter, einen für Natronlauge und einen für Salzsäure.

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Bei der routinemäßigen Befüllung des Säuretanks aus Containern einer durch langjährige Zusammenarbeit bewährten Lieferfirma kam es plötzlich zu einer heftigen Entwicklung von Chlorgas.

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Die frei werdende Gaswolke zog über das Werksgelände bis in ein Wohngebiet, was einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr erforderlich machte.

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Die Ursachenforschung stand zunächst vor einem Rätsel, da die Lieferpapiere für die Salzsäure in Ordnung waren und Säure- und Laugetank unterschiedliche Anschlusskupplungen aufwiesen.

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Trotzdem musste offensichtlich eine Chemikalienverwechselung stattgefunden haben.

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Recherchen brachten schließlich zu Tage, dass in der Bereitstellungszone des zertifizierten Herstellers trotz korrekter Lieferpapiere statt Salzsäure

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versehentlich ein äußerlich identischer Container mit Chlorbleichlauge auf den Transport-Lkw geladen worden war.

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Aufgrund der Zertifizierung des Herstellers war am Werkseingang auf eine analytische Eingangskontrolle verzichtet und nur die richtigen Lieferpapiere überprüft worden.

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Diese bezogen sich aber auf die Bestellung, nicht auf die tatsächliche Lieferung.

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Das ,Problem‘ der unterschiedlichen Anschlusskupplungen zwischen Container und Tank hatte der Lkw-Fahrer durch ein entsprechendes ,Passstück für Notfälle‘ gelöst.

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Wiederholt kam es bereits auf dem Transportweg zum Vertauschen der Ladung oder der Frachtpapiere.

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Daher sollte – selbst beim Zukauf von Chemikalien bei zertifizierten Herstellern – ein solcher Fehler nie ganz ausgeschlossen werden.

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Bei einem anderen Ereignis lag die Ursache für eine heftige chemische Reaktion in einem Lagertank in einer Verwechselung der Transportpapiere im grenzüberschreitenden Verkehr.

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Die Fahrer zweier Straßentankwagen, die zwei Chemikalien des gleichen Herstellers geladen hatten, brachten ihre Fracht bis zur Zollabfertigung.

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Dort wurden versehentlich die Frachtpapiere vertauscht. Den Weitertransport zu den unterschiedlichen Kunden übernahmen nun andere Fahrer.

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Deshalb fiel die Verwechselung der Frachtpapiere nicht auf.

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Da die Chemikalie dort stets vom gleichen Lieferanten bezogen wurde, war auf eine Eingangsanalytik vor dem Befüllen des Lagertanks verzichtet worden.

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Welche Lehren lassen sich daraus ziehen? Der Mensch und seine Zuverlässigkeit spielen in allen Konzepten zur Vermeidung von Chemikalienverwechslungen eine wichtige Rolle.

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Einerseits, weil er durch Fehlhandlungen selbst Ereignisse auslösen kann, andererseits weil er durch seine vielfältigen Wahrnehmungsmöglichkeiten

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und Erfahrungen zur Erkennung und Lösung des Problems beitragen kann.

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Hinweise auf falsche Chemikalien sind beispielsweise:

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Ungewohnte Farbe eines Materials

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Veränderte Teilchengröße oder Konsistenz

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Fehlende oder schlecht lesbare Etiketten

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Eine andere Gebindeart als üblich

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Unterschiedliches Gewicht von Gebinden

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Unpassende Kupplungsstücke und Schläuche

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Unübliche Bezeichnung auf der Etikette

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Differenzen zwischen Transportpapieren und Etiketten.

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Zusammengefasst: Schulung und Qualifikation der Mitarbeitenden sind ein zentraler Ansatzpunkt zur Vermeidung einer Chemikalien-Verwechslung.

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Die Beschäftigten sollen geschult sein, Anzeichen für mögliche Verwechslungen zu erkennen. Und sie müssen wissen, was bei entsprechenden Beobachtungen zu tun ist.

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Eine weitere Grundvoraussetzung zur Vermeidung von Chemikalienverwechslungen ist die sorgfältige und systematische Überprüfung von Dokumenten

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wie Transportpapieren, Lieferscheinen, Datenblättern usw. bei der Übernahme, Lagerung und Weitergabe von Chemikalien.

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Technische Maßnahmen allein bitten keinen vollständigen Schutz.