Erfahrungsberichte aus dem dualen Studium

Bachelor-Studierende des Studiengangs „Sozialversicherung mit Schwerpunkt Unfallversicherung“ berichten von Lehre und Praxis.


Zuckerrübenspäne vom Band naschen - Praktikumsbericht der Bachelor-Studentinnen der Bezirksdirektion Köln

Nele Klein, Maresa Kamrad, Lissa Süßmuth und Jessica Derksen (v.l.n.r.) haben sichtlich Spaß am Präventionspraktikum

Nele Klein, Maresa Kamrad, Lissa Süßmuth und Jessica Derksen (v.l.n.r.) haben sichtlich Spaß am Präventionspraktikum

Zuckerrübenspäne vom Band naschen, mit Einhörnern bedrucktes Toilettenpapier bewundern, den Duft von Parfüm schnuppern, lauten Maschinen zuhören …: Das zweiwöchige Praktikum im Präventionszentrum Köln, das wir vier Bachelorstudentinnen der Bezirksdirektion Köln absolvierten, war ein Erlebnis für alle Sinne. Um die Betriebe der verschiedenen Branchen Rohstoffe - Baustoffe, Chemie - Papier - Zucker und Handwerk exemplarisch kennenzulernen und um die Präventionsarbeit der Aufsichtspersonen und Messtechniker zu verstehen, durften wir mehrere von ihnen begleiten. Wir konnten sowohl Antrittsbesuche als auch Besichtigungen anlässlich eines Arbeitsunfalls oder einer BK-Ermittlung miterleben.

Die Exkursionen führten uns beispielsweise in einen Tagebau, zu einer Aluminiumfabrik, einem Chemiepark, einer Papierfabrik, einer Parfümerieproduktion oder in eine Zuckerfabrik. Die Herstellung von Gegenständen, die uns auch im Alltag begegnen, hat uns besonders fasziniert. Der Messtechniker, den wir begleiteten, ermittelte in einem Gespräch mit mehreren Werksangehörigen und dem Versicherten die lärmbelasteten Beschäftigungszeiten. In der Aluminiumfabrik führte der Messtechniker Staubmessungen durch. Die Aufsichtspersonen wiesen die Betriebe auf Gefahrenquellen hin, wie z. B. zugestellte Fluchtwege oder mangelhaft gesicherte Ladung beim Transport und gaben zugleich Lösungsvorschläge. Durch die Einblicke in die verschiedenen Betriebe konnten wir nicht nur die Arbeitsprozesse begreifen, sondern auch das Aufgabenspektrum der Aufsichtspersonen kennenlernen. Gleichzeitig wurde uns auch bewusst, wie viel Arbeit in einer technischen Stellungnahme steckt.

Jessica Derksen, Bachelor-Studierende Bezirksdirektion Köln


Vielfalt und Praxisbezug statt trockene Gesetzestexte wälzen!

Ich befinde mich derzeit im vierten Semester des Studiengangs „Sozialversicherung mit Schwerpunkt Unfallversicherung“ bei der BG RCI in Heidelberg und kann vorweg eines mit Sicherheit sagen: Meine Erwartungen an das Studium waren vollkommen anders. Der Studiengang mag für den einen oder anderen etwas "trocken" klingen, ist es durch den deutlichen Praxisbezug und den abwechslungsreichen Modul-Lehrplan jedoch überhaupt nicht. Die Annahme, von Gesetzestexten umgeben zu sein und nichts außer Paragraphen zu wälzen, stellte sich als vollkommen falsch heraus. Der Lehrplan des Studiengangs „Sozialversicherung mit Schwerpunkt Unfallversicherung“ sieht neben den eher juristischen Modulen wie "Allgemeine Rechtslehre", "Arbeitsunfall", "Verwaltungsverfahren" und "Privatrecht" auch Module wie "Unfallmedizin", "Psychologie", "VWL" und "Informatik" vor, was eine bunte Abwechslung darstellt. Gerade die Module "Arbeitsunfall", "Unfallmedizin" oder "Case Management" enthalten wesentlichen Praxisbezug und schaffen einen spannenden, aber vor allen Dingen interessanten Rahmen um die Welt der Gesetzestexte.
Der Unterschied zum normalen Vollzeit-Studium ist, dass man die Theorie am Campus Hennef oder Bad Hersfeld erlernt und einige Monate später beispielsweise im OP-Saal einer Unfallklinik hospitiert und das Erlernte wiedererkennt. Man lernt die Grundzüge der Prävention theoretisch kennen und fährt kurz darauf in den Praktikaphasen in die Mitgliedsbetriebe, um sich vor Ort ein Bild verschaffen zu können. In der Bezirksdirektion in Heidelberg habe ich die Möglichkeit, die Theorie anzuwenden, Fragen zu stellen, Versicherten hautnah weiterzuhelfen und sie zu beraten. Man lernt, dass hinter jeder Akte ein Schicksal steht, welches mehr als nur ein Aktenzeichen ist.
Ein weiterer durchaus wichtiger Pluspunkt dieses dualen Studiums ist das Campusleben. Der Campus wird zu einem zweiten zu Hause mit neuen Freunden und Bekannten. In den Klausurphasen verkriecht man sich zusammen in den Bibliotheken und unterstützt sich gegenseitig. In der Freizeit wird zusammen Beachvolleyball oder Billiard gespielt, man lernt die neue Umgebung kennen und verbringt sogar die Wochenenden gerne auf dem Campus. Die "Rundum-Vollverpflegung" mit vier Mahlzeiten am Tag grenzt schon fast an Luxus und erleichtert einem die Studienzeit. Auch die Dozenten sind jeder Zeit bereit Fragen zu beantworten und die Studierenden zu unterstützen. Es ist mit Sicherheit nicht an jeder Hochschule oder Universität selbstverständlich, dass Dozenten teils zu später Stunde noch Aufgaben per E-Mail korrigieren oder Klausurängste besänftigen.

Warum das Studium bei der BG RCI und nicht bei einem anderen Unfallversicherungsträger?
Ich habe bereits die Ausbildung bei der BG RCI absolviert und arbeite somit schon über vier Jahre dort. Ich kann zwar nur für den Standort Heidelberg sprechen, allerdings wurde ich immer herzlich aufgenommen, habe mich nie gescheut Fragen oder Anregungen zu äußern und wurde sinnvoll sowie fachkompetent beraten und unterstützt. Die BG RCI setzt einem Vertrauen entgegen und erwartet im Gegenzug weder zu viel noch zu wenig. Das Schöne an meinem zukünftigen Job ist die Sicherheit und das Vertrauen einer tollen Arbeitgeberin sowie das Wissen, Menschen, mit teilweise schweren Schicksalen, durch eine Verwaltungstätigkeit tatsächlich helfen zu können.

Yana Konradi, Bachelor-Studierende Bezirksdirektion Heidelberg

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