Beitragsausgleichsverfahren

Das neue Beitragsausgleichsverfahren der BG RCI

Prävention zahlt sich aus – mehr Gerechtigkeit und Transparenz bei der Beitragsbemessung

Die finanziellen Aufwendungen der Berufsgenossenschaft werden im Wesentlichen durch Beiträge der Mitgliedsunternehmen aufgebracht. Damit werden die Aufgaben der gesetzlichen Unfallversicherung wie
Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz, Rehabilitation und Entschädigungsleistungen finanziert. Nach Abschluss eines Kalenderjahres legt die Berufsgenossenschaft diese Aufwendungen auf alle Mitgliedsunternehmen um – bei der BG RCI derzeit noch gesondert für jede Branche. Der fällige Beitrag wird nach der gemeldeten Lohnsumme, nach der oder den Gefahrklassen, denen ein Unternehmen zugeordnet ist, und nach dem Beitragsfuß, in dem sich der Finanzbedarf der Berufsgenossenschaft ausdrückt, berechnet.

Der Gesetzgeber fordert in diesem Zusammenhang als ein Element der Beitragsberechnung ein Beitragsausgleichsverfahren (BAV): Unternehmen, die viele oder sehr schwere Unfälle haben, müssen mit einem höheren Beitrag rechnen als Firmen, die wenige oder nur leichte Unfälle zu verzeichnen haben.

Mit diesem Verfahren wird ein finanzieller Anreiz geschaffen, Arbeitsunfälle zu verhüten. Der Ausgleich sorgt zugleich aber auch für mehr Gerechtigkeit in der Beitragszahlung.

Beitragsnachlässe bis zu 25 Prozent
Nach einem Beschluss der BG RCI-Vertreterversammlung gilt ab dem 1. Januar 2018 für alle Branchen der BG RCI ein einheitliches Beitragsausgleichsverfahren. Es sieht als kombiniertes Verfahren sowohl Beitragszuschläge als auch Beitragsnachlässe von jeweils bis zu 25 Prozent vor. Dabei bleiben Berufskrankheiten und Wegeunfälle (Unfälle zwischen Wohnung und Betriebsstätte) unberücksichtigt.

Die Erhebung des Unfallgeschehens erfolgt über einen Zeitraum von 2 Jahren und bildet die Basis für die Ermittlung der Zuschläge oder Nachlässe. Zunächst wird der Durchschnittswert ermittelt (Neutralwert). Unternehmen, die diesen Neutralwert bei der Bewertung des Unfallgeschehens erreichen, erhalten weder einen Zuschlag noch einen Nachlass.

Für Unternehmen, in denen Unfallereignisse häufiger zu verzeichnen sind, kann in 5 Stufen ein Zuschlag bis maximal 25 Prozent des Beitrags ermittelt werden. Unternehmen mit weniger Unfallereignissen können umgekehrt – ebenfalls in fünf Stufen – einen Nachlass von bis zu 25 Prozent erwarten. Jeder Unfall wird dabei zunächst je nach den verursachten Aufwendungen mit bis zu 100 Punkten und zusätzlich – nach der Schwere – in einem Punktesystem kategorisiert.

So wird ein Arbeitsunfall, der zu einer Rente führt, mit 50 Punkten bewertet, ein tödlicher Unfall mit 150 Punkten. Damit wird das Unfallgeschehen im Beitragsausgleichsverfahren über die reinen Kosten hinaus gewichtet.

Weitere Präventionsanreize
Neben einer gerechteren, dem tatsächlichen Unfallgeschehen angepassten Beitragsbemessung bietet das neue Nachlass- und Zuschlagsverfahren mit einer zusätzlichen längerfristigen Verlaufsbeobachtung weitere Präventionsanreize. So wirkt sich der Schadensverlauf bis zu 10 Jahre auf den Beitrag aus. Unternehmen, die langfristig wenige Unfälle zu verzeichnen haben, werden auf diese Weise durch einen „Ausreißer“ nicht unverhältnismäßig belastet.

Die Unternehmen erhalten künftig jährlich eine statistische Übersicht zum Verlauf des Beitragsausgleichsverfahrens in den für sie relevanten Gefahrtarifstellen. So kann jedes Unternehmen nachvollziehen, welche Auswirkungen seine Präventionsanstrengungen haben.

Das neue Beitragsausgleichsverfahren tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft, sofern das Bundesversicherungsamt dem Verfahren endgültig grünes Licht gibt. Voraussichtlich im Juli 2018 gehen den Unternehmen die ersten Belastungslisten mit den neuen Daten zu. Im Juni 2019 werden dann die Beitragsberechnungen auf der neuen Grundlage des neuen Verfahrens durchgeführt. Im Laufe des kommenden Jahres wird die BG RCI ausführlich über das künftig vereinheitlichte Beitragsausgleichsverfahren informieren.


Bisherige Beitragsausgleichsverfahren

Gezeigt wird ein Symbolmännchen mit einem Euro

Unfälle vermeiden lohnt sich

Das Beitragsausgleichsverfahren ist gesetzlich vorgeschriebenes Element der Beitragsberechnung.  Generell heißt dies, dass Unternehmen, die viele oder sehr schwere Unfälle haben, mit einem höheren Beitrag rechnen müssen, als Firmen, die wenige oder nur leichte Unfälle haben.

Damit soll ein finanzieller Anreiz  geschaffen werden,  Arbeitsunfälle zu verhindern.

Bis auf Weiteres werden die Verfahren branchenbezogen weitergeführt. Erläuterungen zu den Beitragsausgleichsverfahren der Branchen finden Sie in Ihrem Beitragsbescheid sowie in den hier aufgeführten Brancheninformationen.