Unfallbelastung im Extranet

Die neuen Belastungseinheiten für das Beitragsausgleichsverfahren der Branche Baustoffe - Steine - Erden stehen im Extranet zur Verfügung.


Das Beitragsausgleichsverfahren der Branche Baustoffe - Steine - Erden

Die Branche Baustoffe – Steine – Erden der BG RCI führt gem. § 31 der Satzung ein Zuschlags-/Nachlass-Verfahren im Rahmen der Beitragserhebung durch. In Abhängigkeit von der Unfallbelastung eines Einzelunternehmens in Relation zur Unfallbelastung der Gesamtheit aller Unternehmen werden entweder Nachlässe gewährt oder Zuschläge auf den Beitrag erhoben.

Unfallbelastung und Unfallschwere werden in ein Punktesystem überführt. Hieraus resultieren Belastungsrelationen, die einzelnen Stufen zugeordnet werden. Aus diesen ergibt sich der jeweilige Zuschlag oder Nachlass als Prozentwert des Grundbeitrages. Das Beitragsausgleichsverfahren differenziert dabei grundsätzlich nach den einzelnen Gefahrtarifstellen, zu denen ein Unternehmen veranlagt ist.


Welche Unfälle werden berücksichtigt? / Unfallbelastung

Die Unfallbelastung ergibt sich aus den Aufwendungen für Sach- und Geldleistungen, welche die Berufsgenossenschaft im Umlagejahr für Arbeitsunfälle aus diesem und dem vorangegangenen Kalenderjahr zu erbringen hatte (Beobachtungszeitraum). Dabei werden sowohl die anzeigepflichtigen als auch die nicht anzeigepflichtigen Unfälle berücksichtigt.

Unberücksichtigt bleiben

  • Wegeunfälle
  • Arbeitsunfälle, die sich außerhalb des Betriebsgeländes im öffentlichen Verkehr durch alleiniges Verschulden betriebsfremder Personen ereignet haben (auf Antrag des Unternehmers)
  • Berufskrankheiten
  • Arbeitsunfälle freiwillig Versicherter
Unfallbelastung Punktwert
0,- € - 300,-€ 0
300,01 € - 400,- € 2
400,01 € - 500,- € 5
500,01 € - 1.000,- € 8
1.000,01 € - 1.500,- € 12
1.500,01 € - 2.000,- € 16
2.000,01 € - 2.500,- € 20
2.500,01 € - 5.000,- € 25
5.000,01 € - 7.500,- € 50
7.500,01 € - 10.000,- € 75
ab 10.000,01 € - 100

Ergänzend wird die Unfallschwere einbezogen, indem Unfälle, die im Beobachtungszeitraum zur Festsetzung von Rentenleistungen geführt haben, zusätzlich mit 50 Punkten bewertet werden. Tödliche Unfälle werden mit 150 Punkten bewertet. Die Punktzahl wird für ein einzelnes Unfallereignis für den Beobachtungszeitraum auf 150 Punkte begrenzt. Welche Unfälle in welcher Gefahrtarifstelle mit wie vielen Punkten berücksichtigt sind, können den laufend aktualisierten Belastungslisten entnommen werden, die für jedes Unternehmen im Extranet zur Verfügung stehen.

Bewertung des Unfallgeschehens anhand der Relation aus EBZ und DBZ

Die Relation aus Eigen- (EBZ) und Durchschnittsbelastung (DBZ) ist maßgeblich für die Zuordnung zu einer Nachlass- oder Zuschlagsstufe. Die Eigenbelastungsziffer je Gefahrtarifstelle ergibt sich aus dem Verhältnis des Punktwertes zum Beitrag; die Durchschnittsbelastungsziffer je Gefahrtarifstelle ergibt sich aus dem Verhältnis der Summe aller Punktwerte zu sämtlichen Beiträgen.

Den einzelnen Stufen sind prozentuale Zuschläge oder Nachlässe auf den Beitrag zugeordnet, welche sich aus den weiteren Spalten nachstehender Tabelle ergeben. Für die gewerblichen Gefahrklassen beträgt der maximale Beitragsausgleich 25 %, für die Verwaltungstätigkeiten 10 %.

Relation Stufe Beitragsausgleich
gewerblich
in %
verwaltend
bis 25 % 1 - 25,00 % - 10,00 %
25,01 - 40 % 2 - 20,00 % - 8,00 %
40,01 - 55 % 3 - 15,00 % - 6,00 %
55,01 - 70 % 4 - 10,00 % - 4,00 %
70,01 - 85 % 5 - 5,00 % - 2,00 %
85,01 - 100 % 6 +/- 0 % +/- 0 %
100,01 - 110 % 7 + 5,00 % + 2,00 %
110,01 - 120 % 8 + 10,00 % + 4,00 %
120,01 - 130 % 9 + 15,00 % + 6,00 %
130,01 - 140 % 10 + 20,00 % + 8,00 %
ab 140,01 % 11 + 25,00 % + 10,00 %

Die Weiterstufungen im Verfahren orientieren sich zunächst an der bisherigen Ausgangsstufe und der Relation aus Eigen- zu Durchschnittsbelastung. Liegt die Relation unter derjenigen der bisherigen Stufe, werden die Unternehmensteile dieser Gefahrtarifstelle höchstens eine Stufe besser eingestuft. Entspricht die Relation genau dem Intervall der bisherigen Stufe, bleibt diese auch für das folgende Jahr erhalten.

Ist die Relation größer als über das Intervall der Ausgangsstufe vorgegeben, werden die Unternehmensteile dieser Gefahrtarifstelle entsprechend der aktuellen Relation eingestuft. Die Rückstufungen sind dabei auf sechs Stufen begrenzt, um zu hohe Belastungen zu vermeiden.
Die konkrete Weiterstufungsmatrix ergibt sich aus nachstehender Tabelle.

Vorjahresstufe bis 25 bis 40 bis 55 bis 70 bis 85 bis 100 bis 110 bis 120 bis 130 bis 140 ab 140,01
Stufe 1 1 2 3 4 5 6 7 7 7 7 7
Stufe 2 1 2 3 4 5 6 7 8 8 8 8
Stufe 3 2 2 3 4 5 6 7 8 9 9 9
Stufe 4 3 3 3 4 5 6 7 8 9 10 10
Stufe 5 4 4 4 4 5 6 7 8 9 10 11
Stufe 6 5 5 5 5 5 6 7 8 9 10 11
Stufe 7 6 6 6 6 6 6 7 8 9 10 11
Stufe 8 7 7 7 7 7 7 7 8 9 10 11
Stufe 9 8 8 8 8 8 8 8 8 9 10 11
Stufe 10 9 9 9 9 9 9 9 9 9 10 11
Stufe 11 10 10 10 10 10 10 10 10 10 10 11

Ein Beitragszuschlag wird unter Verrechnung gewährter Beitragsnachlässe auf Unternehmensebene auf das Doppelte der Neulast begrenzt, wobei hier alle entstandenen Kosten berücksichtigt werden, d.h. auch Versicherungsfälle mit einer Neulast von unter 300,- €, welche nicht zu einer Punktbelastung geführt haben.

Festsetzung der Vorjahresstufe bei Neuaufnahme von Unternehmen

Bei der Neueintragung von Unternehmen erfolgt eine Einstufung in die Stufe 6 als Ausgangsstufe.