Anleitung zum Lohnnachweis der Branche Chemische Industrie

gültig bis 31.12.2012

 

Nachweispflichtige Personen

  • Jeder Beschäftigte ist ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht, Nationalität, Höhe seines Einkommens und ohne Rücksicht darauf, ob es sich um eine ständige oder nur vorübergehende Beschäftigung handelt, bei der Berufsgenossenschaft versichert und deshalb im Lohnnachweises zu erfassen.  
  • Zu den nachweispflichtigen Beschäftigten zählen insbesondere Arbeitnehmer, aber auch Werkstudenten; Volontäre; im Unternehmen einer GmbH als Geschäftsführer tätige Gesellschafter (Ausnahme s.u.); aufgrund eines Arbeitsvertrages im Unternehmen tätige Kommanditisten; Vertreter, sofern sie nicht freie Handelsvertreter nach § 84 Abs. 1 HGB sind; in einem Beschäftigungsverhältnis stehende mitarbeitende Ehegatten (Merkmale: Arbeitsvertrag, Abführung von Lohn- und Kirchensteuer sowie Zahlung von Pflichtbeiträgen zur Krankenkasse und Rentenversicherung); Heimarbeiter, Hausgewerbetreibende und Zwischenmeister; Hausangestellte mit Gesamttätigkeit und Gesamtverdienst, soweit sie zu mindestens 50% im gewerblichen Bereich tätig sind. 
  • Personen, die nicht gegen Entgelt beschäftigt worden sind, sind, soweit einzelne Punkte im Lohnnachweis auf sie zutreffen, zu berücksichtigen.
  • Nachzuweisen sind auch die im Ausland für das Unternehmen tätigen Arbeitnehmer, soweit sie im Rahmen der Ausstrahlung oder internationaler Abkommen Versicherungsschutz genießen. Soweit im Ausland tätige Personen unter Versicherungsschutz im Rahmen der Auslandsversicherung stehen, bleiben sie außer Ansatz.

Nicht pflichtversichert und deshalb nicht nachzuweisen
sind der Unternehmer; sein mitarbeitender Ehegatte, sofern kein Beschäftigungsverhältnis besteht; die Gesellschafter einer OHG; die Komplementäre einer KG und die Kommanditisten, soweit die Mitarbeit auf der Verpflichtung als Gesellschafter beruht; in dem Unternehmen einer GmbH als Geschäftsführer tätige Gesellschafter, wenn sie maßgeblichen Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft haben; die Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft; der selbständige Handelsvertreter nach § 84 Abs. 1 HGB.


Nachweispflichtiges Gesamtbruttoentgelt

  • Arbeitsentgelt (§§ 14-17 Sozialgesetzbuch (SGB) IV)
    Arbeitsentgelt sind alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung, gleichgültig, ob ein Rechtsanspruch auf die Einnahmen besteht, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie geleistet werden und ob sie unmittelbar aus der Beschäftigung oder im Zusammenhang mit ihr erzielt werden.

    Hinweis zu Zukunftssicherungen/zur betrieblichen Altersvorsorge wie z. B. Pensionsfonds, Pensionskassen, Direktversicherungen: Die Beitragspflicht in der gesetzlichen Unfallversicherung gestaltet sich wie in der übrigen Sozialversicherung.    
  • Ist ein Nettoarbeitsentgelt vereinbart, gelten als Arbeitsentgelt die Einnahmen des Beschäftigten einschließlich der darauf entfallenden Steuern und der seinem gesetzlichen Anteil entsprechenden Beiträge zur Sozialversicherung und zur Arbeitsförderung. Sind bei illegalen Beschäftigungsverhältnissen Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung und zur Arbeitsförderung nicht gezahlt worden, gilt ein Nettoarbeitsentgelt als vereinbart.
  • Beachten Sie bitte, dass für den einzelnen Versicherten höchstens EUR 74.400,- jährlich als Entgelt anzusetzen sind. Bei Beschäftigungen in verschiedenen Unternehmen ist der Nachweis für jedes Unternehmen getrennt zu führen (bis zur Höhe von jeweils EUR 74.400,-).

Anzahl Beschäftigte

Hier ist die Gesamtzahl der Beschäftigten einschließlich Aushilfen, Heimarbeiter und Personen in Ein-Euro-Jobs anzugeben.


Geleistete Arbeitsstunden

Nur die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden sind nachzuweisen. Außer Ansatz bleiben deshalb Urlaubs-, Krankheitszeiten, Freistellungen usw.