Desinfektion

Desinfektionsmittel selbst herstellen in Corona-Zeiten: Was ist erlaubt?

Infolge der weltweiten Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es eine verstärkte Nachfrage nach Desinfektionsmitteln. Aus diesem Grund hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Allgemeinverfügungen und Ausnahmegenehmigungen nach Artikel 55 Abs. 1 der Biozidverordnung erlassen.

Damit ist es unter den jeweiligen Bedingungen erlaubt, ganz bestimmte Hand- und Flächendesinfektionsmittel zur innerbetrieblichen Verwendung selbst herzustellen bzw. unter weiteren Voraussetzungen auch an Dritte abzugeben.

Diese Informationen und Allgemeinverfügungen sind auf den Internetseiten des REACH-CLP-Biozid-Helpdesks der BAuA zu finden. Eine sehr ausführliche FAQ-Liste erklärt die genaue Anwendbarkeit der unterschiedlichen Regelungen.

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Die European Chemicals Agency (ECHA) stellt weitere Informationen zur Verfügung, z. B. zusätzliche Links zu weiteren nationalen Behörden.

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Desinfektionsmittel selbst herstellen in Corona-Zeiten: Den Arbeitsschutz nicht vernachlässigen!

Das Gefahrstoffinformationssystem Chemikalien (GisChem) stellt für die innerbetriebliche Herstellung und Verwendung von Hand- und Flächendesinfektionsmitteln Datenblätter zum Arbeitsschutz, Betriebsanweisungen und Etiketten zur Verfügung.

Hierzu werden mit zwei Übersichtsseiten „Desinfektionsmittel zur innerbetrieblichen Handdesinfektion" und „Desinfektionsmittel zur innerbetrieblichen Flächendesinfektion" allgemeine Hinweise und nützliche Links angegeben.

Zu jeder in den derzeit gültigen Ausnahmegenehmigungen und Allgemeinverfügungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) genannten Rezeptur wird darüber hinaus ein Datenblatt mit zahlreichen Hinweisen zum Arbeitsschutz angeboten.

Ein Betriebsanweisungsentwurf, der wie alle GisChem-Betriebsanweisungen an die innerbetrieblichen Verhältnisse angepasst werden muss, steht ebenfalls zur Verfügung.

Auch eine Vorlage für ein innerbetriebliches Etikett wird zum Download in einer Word-Vorlage angeboten.

Diese Dokumente können mit den Stichwörtern „Handdesinfektion", „Flächendesinfektion" oder auch „Corona" über die Gefahrstoffsuche in GisChem gesucht werden.

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RKI empfiehlt grundsätzlich Oberflächenreinigung

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist am 4. April 2020 darauf hin, dass außerhalb von Gesundheitseinrichtungen eine angemessene Oberflächen-Reinigung das Verfahren der Wahl ist. Eine routinemäßige Flächendesinfektion in häuslichen und öffentlichen Bereichen, auch der häufigen Kontaktflächen, wird vom RKI in der jetzigen COVID-Pandemie nicht empfohlen, sofern kein Umgang mit COVID-Erkrankten erfolgte. Wird eine Desinfektion im Einzelfall als notwendig erachtet, so sollte diese nach Empfehlungen des RKI generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion, d.h. die Benetzung der Oberfläche ohne mechanische Einwirkung, sei weniger effektiv und auch aus Arbeitsschutzgründen bedenklich, da Desinfektionsmittel eingeatmet werden können. Auch Raumbegasungen zur Desinfektion seien hier grundsätzlich nicht erforderlich.

Hinweise des RKI zu Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie