A 4.1 Sprengarbeiten

Die Bedeutung der Sprengsignale muss durch Beschilderung und Unterweisung bekannt sein.

Mögliche Gefahren

Gesundheitsgefährdung durch giftige Sprengschwaden
  • Zündung von Sprengstoffresten aus Versagern im Haufwerk durch Anbohren oder beim Wegladen
  • Beseitigen von stehengebliebenen Wand- und Wandfußteilen
  • Steinflug
  • ungewollte Zündung von Sprengstoff durch Feuer, Funkenflug und Erwärmungen über 75 °C
  • Gesundheitsgefährdung durch giftige Sprengschwaden 1
  • Einwirkung von elektrischer Energie auf die Zündanlage, z. B. aus Leitungen, Elektrostatik, Funk

Maßnahmen

Bohrlöcher für Sprengarbeiten auf freien Durchgang und Neigung überprüfen, ggf. vermessen.
Geeigneten Trichter beim Laden von pulverförmigem Sprengstoff oder Schwarz­pulver verwenden.
Aus Zündbunkern oder sicherer Entfernung (außerhalb des Sprengbereiches) zünden.

Voraussetzungen zum Sprengen

  • Erlaubnis und Befähigung nach dem Sprengstoffgesetz

Anzeigepflicht

  • Sprengungen sind der zuständigen staatlichen Behörde fristgemäß anzuzeigen.

Verantwortung

  • Bei Sprengarbeiten ist allein der Sprengberechtigte verantwortlich und weisungsbefugt.

Sprengsignale

  • Die Bedeutung der Sprengsignale 2 muss durch Beschilderung und Unterweisung bekannt sein; sie lauten
    1. Sprengsignal – ein langer Ton – sofort in Deckung gehen,
    2. Sprengsignal – zwei kurze Töne – es wird gezündet,
    3. Sprengsignal – drei kurze Töne – das Sprengen ist beendet.

Allgemeine Anforderungen

  • Sprengverfahren in Abhängigkeit von Geologie (Vorkommen) und gewünschtem Sprengergebnis (z. B. kleinstückig/groß­stückig) auswählen
  • Zündverfahren anwenden, das das vollständige Umsetzen der Ladesäulen garantiert
  • Vermessung der Bruchwand
  • Bohrlöcher auf freien Durchgang und Neigung überprüfen, ggf. vermessen 3
  • Bohrergebnis im Bohrplan festhalten
  • beim Laden von pulverförmigem Sprengstoff oder Schwarz­pulver: geeigneten Trichter 4 verwenden und sofort Besatz aufbringen
  • beim Schneiden von Sprengschnur: ausrieselnden Sprengstoff entsorgen, Sprengschnurende abdichten
  • Sprengbereiche festlegen und absperren
  • aus Zündbunkern 5 oder sicherer Entfernung (außerhalb des Sprengbereiches) zünden
  • nicht in Sprengschwaden aufhalten
  • Sprengstelle erst freigeben, wenn keine Gefahr für Leben und Gesundheit mehr besteht
  • für Sprengmittel sind besondere Bedingungen für Lagerung und Transport einzuhalten
  • Einhalten von Sicherheitsabständen bei Feuer-, Schneid- und Schweißarbeiten
  • Einhalten von Sicherheitsabständen bei elektrischer Beeinflussung
  • Zündmaschine und Zündkreisprüfer regelmäßig durch befähigte Person prüfen lassen

Störungsbeseitigung

  • Versagerbeseitigung nur durch fachkundige Person mit staat­licher Befähigung oder durch Sprengsachverständigen
  • bei Störungen: Ursache ermitteln und Verfahren optimieren

Anforderungen an das Personal

  • Die Durchführung von Sprengarbeiten ist nur Personen mit einem gültigen Befähigungsschein (staatliche Befähigung) erlaubt.
  • Sprenghelfer müssen zuverlässig, körperlich geeignet und mindestens 18 Jahre alt sein, eine gemeinsame Sprache sprechen und unter ständiger Aufsicht eines Sprengberechtigten stehen.

Betriebsanweisungen

  • Es müssen Festlegungen vorliegen über
    • den Transport von Sprengmitteln,
    • das Aufbewahren von Sprengmitteln in Lagern,
    • das Bereithalten von Sprengmitteln,
    • das Verhalten bei der Durchführung der Sprengarbeit,
    • das Verhalten bei Verlust, Fund und Beseitigung von Sprengmitteln,
    • das Antreffen von Versagern.

Persönliche Schutzausrüstung
Auswahl gemäß Gefährdungsbeurteilung, hier insbesondere

  • Schutzschuhe
  • Schutzhelm
  • bei gelatinösen Sprengstoffen evtl. geeignete Handschuhe

Weitere Informationen

  • Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe
  • 1. –3. Verordnung zum Sprengstoffgesetz
  • Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (GGVSEB)
  • DGUV Regel 113-016 „Sprengarbeiten“
  • DGUV Information 213-006 „Vermessung und Berechnung von Großbohrlochsprengungen“
  • Anleitung des Herstellers zur Verwendung (Beipackzettel)