Versicherungsschutz bei Betriebssport und Gemeinschaftsveranstaltungen

Gemeinschaftsveranstaltungen wie Betriebsausflüge und Betriebsfeiern zählen zu den versicherten Tätigkeiten, wenn

  • die Veranstaltung das Betriebsklima fördern und den Zusammenhalt der Beschäftigten untereinander stärken soll,
  • die Veranstaltung allen Betriebsangehörigen (ggf. der jeweiligen Unternehmenseinheit) offen steht

und

  • Veranstalter das Unternehmen selbst ist

oder

  • Einladung und Organisation durch eine von der Unternehmensleitung ermächtigten Person (z.B. Sachgebiets-/Teamleitung) erfolgen, die persönlich an der Veranstaltung teilnimmt.

Einladungen im Kollegenkreis, z. B. zur Geburtstagsfeier, fallen nicht darunter.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer betriebliche Gemeinschaftsveranstaltungen.

Über die Arbeitstätigkeit hinaus gilt auch ein Unfall beim Betriebssport als Arbeitsunfall.

Betriebssport ist versichert

  • als Ausgleichssport unter Betriebsangehörigen,
  • bei regelmäßiger Ausübung,
  • bei unternehmensbezogener Organisation und Förderung.

Nicht versichert sind

  • Wettkämpfe und Leistungssport
  • Mannschaftsspiele gegen Betriebsfremde
  • nur gelegentliche Sporttreffs
  • Treffen von Kolleginnen und Kollegen ohne unternehmensbezogene Betriebssportgemeinschaft

Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer Betriebssport.

Versicherungsschutz für online angebotenen Betriebssport

Angesichts des demographischen Wandels verstärkt sich das Interesse vieler Unternehmen an der Gesunderhaltung ihrer Beschäftigten. Vor diesem Hintergrund werden diesen von vielen Unternehmen nicht nur sportliche Veranstaltungen zum Betriebssport angeboten, sondern auch pandemiebedingt für Beschäftigte, die im Home-Office tätig sind, digtal verfügbare Angebote für Betriebssport unterbreitet, die im privaten, häuslichen Bereich durchgeführt werden können.

Für diese „online“ angebotenen sportlichen Kurse sind neben den bestehenden Kriterien zur Annahme von versichertem Betriebssport folgende Grundsätze zu beachten:

  1. Die vom Bundessozialgericht (BSG) aufgestellten Kriterien zur Annahme von versichertem Betriebssport müssen in analoger Auslegung auch bei Online-Angeboten vorliegen.
  2. Sofern lediglich Online-Angebote für Sportkurse angeboten werden, die von den Beschäftigten ohne nähere Einbindung in eine unternehmensbezogene Organisation wahrgenommen werden, stehen diese nicht unter Versicherungsschutz (hier sind online angebotene Sportkurse gemeint, die es den Beschäftigten überlassen, ob, wann und wie sie die Sportübungen durchführen).
  3. Das Kriterium der „Regelmäßigkeit“ der Teilnahme ist durch die unternehmensbezogene Organisation mit speziellen Konzepten bzw. technischen Möglichkeiten durch das Unternehmen zu gewährleisten (zum Beispiel Rückmeldungen der Teilnehmenden bei in Echtzeit angebotenen Kursen).
  4. Zur Nachweisbarkeit von bei den Online-Kursen erlittenen Verletzungen gilt Gleiches wie unter 3.
  5. Betriebssport, der vorübergehend im häuslichen Bereich stattfindet, bleibt nur dann versichert, wenn er weiterhin unternehmensbezogen organisiert ist. Dies könnte während der Corona-Pandemie vom Arbeitgebenden so organisiert werden, dass weiterhin Trainer oder Trainerinnen gestellt werden und festgelegt wird, zu welcher konkreten Uhrzeit und mit welcher Dauer die regelmäßig stattfindenden Übungsstunden im Home-Office stattfinden sollen, also ggf. zu den bisherigen Zeiten. Die zur Übungsstunde gleichzeitige Anwesenheit des Trainers, der Trainerin und der am Sport Teilnehmenden muss gewährleistet sein. Soll dies virtuell geschehen, sind die Übungsstunden so zu organisieren, dass sich alle gleichzeitig per Videokonferenz als Betriebssportgruppe treffen, das heißt sehen und hören können
  6. Die Vor- und Nachbereitungshandlungen, wie Umziehen, Duschen oder der Weg von und zum Ort, wo die Übungen in der Wohnung stattfinden, sind nicht versichert, analog der Wertungskriterien zum Versicherungsschutz im Home-Office.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer Betriebssport.