Aktuelles zum Versicherungsschutz bei COVID-19-Erkrankungen

Das SARS-CoV2-Virus verursacht die Erkrankung namens COVID-19.

Durch die Ausbreitung der COVID-19-Erkrankung hat sich in Deutschland eine Allgemeingefahr verwirklicht. Ebenso wie bei der Grippewelle bedeutet dies, dass in einem Gebiet alle Menschen mehr oder minder gleich bedroht sind. Es ist damit eine Gefahr entstanden, von der Versicherte zur selben Zeit und mit gleicher Schwere auch außerhalb seiner versicherten Tätigkeit betroffen gewesen wären. 

COVID-19-Erkrankungen stellen damit grundsätzlich keine Arbeitsunfälle dar.

Verdachtsfälle und COVID-19-Erkrankungen sind daher grundsätzlich auch nicht als Arbeitsunfälle zu melden. Ebenso soll bei einem Verdacht auf eine COVID-19 Erkrankung keine Vorstellung beim Durchgangsarzt erfolgen.

Können COVID-19-Erkrankungen die Voraussetzungen einer Berufskrankheit erfüllen?

Grundsätzlich ist diese Möglichkeit bei der Berufskrankheit der Nr. 3101 der Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung (Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war) gegeben.

Besteht der Verdacht, dass eine Berufskrankheit nach Nr. 3101 der Anlage 1 der BKV vorliegt, ist eine BK-Anzeige zu erstatten. Grundlage hierfür bilden eine positive Testung, entsprechende Krankheitsanzeichen sowie die Vermutung eines Infektionsweges über die besondere berufliche Tätigkeit. Besonders betroffen sein kann hier das Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern oder in Laboratorien, in denen Verdachtsproben auf Erreger untersucht werden.

Werden Kinder von Beschäftigten aufgrund geschlossener Betreuungseinrichtungen/Schulen mit in den Betrieb genommen, besteht für sie bei Aufenthalt auf der Betriebsstätte grundsätzlich kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz. Dieser kommt auch nach RCI-Satzungsrecht (§ 51 der Satzung) nicht in Betracht.