BG RCI Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie Vision Zero. Null Unfälle – Gesund arbeiten!
BG RCI Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie Vision Zero. Null Unfälle – Gesund arbeiten!
menu Vision Zero. Null Unfälle – Gesund arbeiten!

Leitfaden 5: Maschinen, Technik, Anlagen – sicher und gesund

Laden Sie sich den VISION ZERO-Vertiefungsleitfaden hier kostenfrei herunter.

Ausschnitt Cover Vertiefungsleitfaden 5
Cover Vertiefungsleitfaden 5 Technik

Sichere und gesundheitsgerechte Verhältnisse zu schaffen und zu erhalten, ist die Grundvoraussetzung, um Unfälle, Berufskrankheiten und Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Das beginnt bei der Gestaltung der Arbeitsstätten, betrifft alle Produktionsanlagen und Maschinen genauso wie alle Fahrzeuge.

Dabei findet das STOP-Prinzip Anwendung: wenn immer möglich sollen also gefährliche Arbeitsverfahren oder eingesetzte Gefahrstoffe durch weniger gefährliche ersetzt bzw. SUBSTITUIERT werden. Ist dies nicht möglich oder verbleiben dennoch Restrisiken, kommen TECHNISCHE Maßnahmen zum Einsatz. Erst danach kommen ORGANISATORISCHE Maßnahmen, beispielsweise die räumliche oder zeitliche Trennung von Bereichen mit höherem Risiko in Betracht. PERSÖNLICHE Schutzmaßnahmen, wie z. B. der Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung (Gehörschutz, Atemschutz, etc.) sind erst am Ende der Rangfolgenkette möglicher Schutzmaßnahmen vorgesehen. Das Ziel muss immer bleiben, die Verwendung von persönlichen Schutzausrüstungen durch vorrangige Schutzmaßnahmen entbehrlich zu machen oder auf das geringste Maß zu begrenzen. Durch die zunehmende Digitalisierung und technologische Entwicklung werden heute vielfältig innovative Lösungen (Assistenzsysteme, Detektionssysteme, Kamera-Monitor-Systeme) angeboten, die einen erheblichen Sicherheitsgewinn bieten. Die gegebenenfalls anfallenden Mehrkosten sind eine gute Investition zur Vermeidung von Personenschäden, aber auch von Sachschäden.

Eine gute Empfehlung, um mit hohen Kosten verbundene Nachrüstungen zu vermeiden, ist es, schon bei der Planung und beim Einkauf von Maschinen und Anlagen dieses STOP-Prinzip anzuwenden und die richtigen Fragen zu stellen. Dabei sollte man nicht nur an die erforderliche Sicherheitstechnik denken, sondern auch auf den Gesundheitsschutz, z. B. Ergonomie, die Belastung durch Stäube, Lärm oder Vibrationen achten.

Für ältere Maschinen oder Anlagen gibt es keinen Bestandsschutz – die Sicherheitstechnik muss auf den aktuellen Stand gebracht werden. Das Ziel ist es, ein vergleichbares Schutzniveau für die Beschäftigten herzustellen, wie es auch moderne Maschinen bieten.

Um die Akzeptanz von Schutzeinrichtungen zu erhöhen, sollten Beschäftigte von Anfang an in die Lösungsfindung eingebunden werden. Aufgabe von Führungskräften ist es, die Funktionsfähigkeit der Schutzmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen und Manipulation zu unterbinden.