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Sattlerei Königherz gewinnt Corporate Health Award

Mit Herz und Verstand – bei der Polsterei und Sattlerei Königherz wird der Gesundheitsschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großgeschrieben.

 

Der Corporate Health Award setzt ein Zeichen für neue Managementstrategien und soziale Nachhaltigkeit. Die jährliche Preisverleihung prämiert die besten Unternehmen Deutschlands in 15 Branchen-Kategorien. Die königherz GmbH Polsterei & Sattlerei hat den Sonderpreis "Gesundes Handwerk" gewonnen. 

Unter www.corporate-health-award.de gelangen Sie zur Website des Awards.

 

Mit Herz und Verstand

Zweimal die Woche Betriebssport um 5.45 Uhr, gemeinsames gesundes Mittagessen und die gezielte Förderung der Stärken der Beschäftigten – bei der Polsterei und Sattlerei Königherz im baden-württembergischen Steinheim an der Murr wird der Gesundheitsschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter groß geschrieben.

Schriftzug Königherz

Wer durch die Eingangstür der Polsterei und Sattlerei Königherz kommt, dessen Blick fällt gleich auf eine bunte Mischung von Auftragsobjekten: ein knalliger, pinkfarbener Sessel steht etwas erhöht auf einem Holzpodest, an einer Wand reiht sich in einem hohen Regal ein frisch gepolsteter Stuhl an den anderen, und mittendrin steht ein glänzendes, schwarzes Motorrad mit lederner Sitzbank.
Gleich hinter dem Eingangsbereich erstreckt sich ein langer Holztisch. „Ecke der Kommunikation“ nennen die Beschäftigten diese Nische. Die Tischplatte liegt auf alten Nähmaschinen Füßen, auf der Sitzbank sammeln sich bunte, gemütlich aussehende Kissen. An diesem Tisch frühstücken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „gemeinsam wie zu Hause“, jeden Freitag macht ein Azubi Rührei für alle, und sie lassen sich hier das von einem Caterer gelieferte Mittagessen schmecken. In der Anfangszeit des kleinen Betriebs haben die Beschäftigten sogar noch abwechselnd füreinander gekocht. „Aber als wir immer mehr wurden, ging das irgendwann nicht mehr“, erzählt Anissa Wiener lachend. 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon zwölf in Vollzeit, hat der Betrieb inzwischen; anfangs waren es fünf.

Frau sitzt an einer Nähmaschine und näht

Blick in die Werkstatt mit den Näharbeitsplätzen.

Wiener hat Königherz gemeinsam mit Lorenzo Puglisi 2015 gegründet. Der Betrieb polstert Stühle, Eckbänke und Polstergarnituren, fertigt Sitze für Autos und Motorräder sowie Akustikelemente. Daneben ist die Entwicklung von Polstermöbeln ein Standbein des kleinen Handwerksbetriebs.
Betriebliches Gesundheitsmanagement spielt bei Königherz eine bedeutende Rolle. Das Credo der beiden Geschäftsführenden: „Nur ein gesunder Mitarbeiter ist ein glücklicher und produktiver Mitarbeiter.“ Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor dabei. Ein weiterer ist das Thema Rückengesundheit. Es gab zum Beispiel einen Workshop zum richtigen Heben und Tragen. „Seitdem werden schwere Sachen immer zu zweit gehoben. Auch wenn dafür jemand seine Arbeit unterbrechen muss“, berichtet Wiener.

Zweimal die Woche, mittwochs und freitags, kommt die Belegschaft freiwillig 15 Minuten früher zur Arbeit – um 5.45 Uhr statt um 6 Uhr. Dann steht Betriebssport auf dem Plan.
Überhaupt ist der Teamgeist in dem kleinen Betrieb groß. Die Mitarbeitenden stehen im Mittelpunkt und dürfen bei allen wichtigen Entscheidungen mitreden. Potenzielle neue Kolleginnen und Kollegen machen erst einmal ein einwöchiges Praktikum. Am Ende der Woche beraten sich die Beschäftigten, ob der oder die Neue ins Team passt. Hat nur eine/r Bedenken, wird der Bewerber beziehungsweise die Bewerberin nicht eingestellt.

 

Mitarbeiter der Sattlerei Königherz Jubeln und halten das gedruckte Gütesiegel in die Luft

Das Team von Königherz rund um Anissa Wiener
und Lorenzo Puglisi (rechts außen) feiert sich
und das Gütesiegel, gemeinsam mit AMS-Begutachterin Cornelia Ruge
und Aufsichtsperson Christian Kolb
(links außen).

Zum Teamgeist gehört auch, dass jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin so gefördert wird, dass er oder sie ihr Können optimal einsetzen kann. Dazu hat der Betrieb den sogenannten Stärkenfinder genutzt; ein Testverfahren, mit dem jede/r ihre/ seine fünf Hauptstärken herausfinden kann. Die Ergebnisse hat das Team mit einem Businesscoach besprochen. „Das Team durfte jedem und jeder einen charakteristischen Satz mit auf den Weg geben. Es ist schön zu wissen, was das Team so über einen oder eine denkt“, erzählt Wiener. Und ihr Partner Puglisi ergänzt: „So kann man auf jeden einzelnen eingehen. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass jemand ‚Kontext‘ als Stärke hat, also verstärkt Erfahrungen aus der Vergangenheit mit in die Zukunft nimmt, kann ich das bei Entscheidungen berücksichtigen.“ Ein anderes Beispiel der Förderung der Zufriedenheit der Mitarbeitenden: Jede/r Beschäftigte liefert den Auftrag, den er oder sie bearbeitet hat, selbst aus. So kommt das Lob der Kunden gleich an der richtigen Stelle an.

Königherz nahm den Weg über die Etablierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements und es gelang ihnen, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit dauerhaft in die betrieblichen Abläufe zu integrieren. Für das große Engagement hat das Unternehmen von der BG RCI das Gütesiegel plus erhalten, das sowohl Arbeitssicherheit als auch betriebliches Gesundheitsmanagement zertifiziert. Als „Leuchtturm“ bezeichnete Cornelia Ruge, Gutachterin für das Arbeitsschutzmanagement der BG RCI, Königherz bei der Verleihung des Gütesiegels: „Ich würde mir wünschen, dass es mehr Unternehmen wie Ihres gibt.“ Und Christian Kolb, der den Betrieb als Aufsichtsperson betreut, ergänzte: „Das Gütesiegel ist für Königherz eine weitere Bestätigung, dass Sie als junges Unternehmen in die richtige Richtung unterwegs sind.“ Die beiden Geschäftsführenden gaben das Lob umgehend an ihr Team weiter: „Das ist eine Mannschaftsleistung!“

Dieser Artikel wurde publiziert im BG RCI.magazin 9/10 2019

Mitarbeiter der Sattlerei Königherz Jubeln und halten das gedruckte Gütesiegel in die Luft