BG RCI Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie Vision Zero. Null Unfälle – Gesund arbeiten!
BG RCI Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie Vision Zero. Null Unfälle – Gesund arbeiten!
menu Vision Zero. Null Unfälle – Gesund arbeiten!

VISION ZERO-Unternehmens-Gesundheitstag in Merseburg

Auf Initiative unseres VISION ZERO Kooperationspartners MOL Katalysatortechnik realisierten vier Unternehmen in Merseburg erstmals einen gemeinsamen Gesundheitstag.

 

Auf Initiative unseres VISION ZERO Kooperationspartners MOL Katalysatortechnik realisierten vier Unternehmen im sachsen-anhaltinischen Merseburg mit Unterstützung der BG RCI erstmals einen gemeinsamen Gesundheitstag. Local Player, die sich zu einem Präventionsnetzwerk zusammenschließen: Das sollte Schule machen.

Prävention zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren: ein überaus ernstes Thema. Darf sie also keinen Spaß machen? Doch, darf sie. Oder vielmehr: Sollte sie sogar. Denn mit Spaß lernt es sich leichter, nachhaltiger und fokussierter – dank des Dopamins, das im Hirn freigesetzt wird. So erklärt Steffen es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern seiner Station, einer von fünf des Gesundheitstags. Der junge Mann ist Trainer bei „Deine Laufschule“, einem Sportcoaching-Anbieter in Leipzig und Chemnitz, der auch – in Kooperation mit Krankenkassen – Kurse für Firmen anbietet.

Andreas Held (ISL), Dieter Metzner (ÜSD), Susanne Kürsten (ISL), Carsten Koppe (MOL) und Torsten Schade (A&F) stehen nebeneinander

Andreas Held (ISL), Dieter Metzner (ÜSD), Susanne Kürsten (ISL),
Carsten Koppe (MOL) und Torsten Schade (A&F).

Sein Thema heute ist „Life-Kinetik“, eine Beweglichkeitsförderung für Körper und Geist. Wie stark die Wechselwirkung zwischen ihnen ist, erleben die Mitspielerinnen und Mitspieler in immer kniffliger werdenden Koordinationsübungen. Ziele der Life-Kinetik: neue Synapsen bilden, Hirnleistung steigern, Kreativität, Konzentration und Koordination fördern sowie Fehler reduzieren. Die Übungen lassen sich mit kleinem Zeitaufwand und einfachen Hilfsmitteln im Betrieb realisieren – aber auch zu Hause im Privaten. Und dass dabei viel Dopamin frei wird, kann man hier sehen.

 

Gemeinsam mehr bewegen

Der ganzheitliche Ansatz der Life-Kinetik entspricht genau jenem Credo, nach dem Carsten Koppe und seine Vision Zero-Mitstreiterinnen und -Mitstreiter ihren gemeinsamen Gesundheitstag realisiert haben: Prävention muss die Arbeitswelt und das Privatleben umschließen, um Unfällen und Erkrankungen hier wie dort vorzubeugen. Koppe ist Leiter des Qualitäts- und Umweltmanagements bei MOL Katalysatortechnik und dort auch erster Ansprechpartner in puncto Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Vergangenes Jahr organisierte er einen Brandschutztag für MOL. Als Susanne Kürsten von der ISL GmbH, MOL-Lieferant für Persönliche Schutzausrüstungen (PSA), davon erfuhr, schloss sie sich mit ihren Mitarbeitenden spontan an. Die Erfahrungen aus dieser Gemeinschaftsaktion waren so positiv, dass man beschloss, 2019 einen Gesundheitstag mit breiterem Themenspektrum zu veranstalten und dafür weitere Unternehmenspartner ins Boot zu holen: die SBS Marketingservice GmbH sowie die Anlagen- & Feuerlöschtechnik GmbH (A&F) – ebenfalls Merseburger Firmen, mit denen MOL und ISL geschäftlich wie nachbarschaftlich verbandelt sind. Schauplatz ist das Betriebsgelände der Firmen ISL und A&F am Merseburger Airpark, einem früheren Militärflugplatz der sowjetischen Luftstreitkräfte. „So kann jedes Unternehmen mal über seinen Tellerrand schauen“, erläutert Koppe, „und wir erreichen auf einen Streich viel mehr Beschäftigte.

 

Trainings mit bleibenden Eindrücken

Insgesamt 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schicken die vier Unternehmen auf den Präventionsparcours des Gesundheitstags, aufgeteilt in mehrere Teams, die reihum an fünf Stationen zusehen, zuhören und auch aktiv mitmachen: bei Life-Kinetik, Brandschutz, Gefahrstoff-Training und Erster Hilfe sowie bei Hautschutz und Screening, einem Infostand der BG RCI.

eine große Flamme

Schrecksekunde bei der Brandschutzübung: Mit Wasser zu
löschen ist manchmal nicht nur falsch, sondern
auch extrem gefährlich – etwa wenn es auf
schwelendes Öl trifft.

Zuvor hat Carsten Koppe die Veranstaltung mit dem emotionalen Filmtrailer der weltweiten Vision Zero-Kampagne eröffnet, der die dramatischen Auswirkungen von Arbeitsunfällen auf Privatleben und Familie beschreibt. „Gesundheitsvorsorge darf aber nicht am Werkstor enden“, sagt Koppe. „Die Verantwortung für das eigene Leben tragen wir überall.

Nach diesem Opener und dem Warm-up bei der Life-Kinetik geht es für die Teams nach draußen auf den Parkplatz. Dort wartet die Freiwillige Feuerwehr buchstäblich in „Bombenstimmung“: Sie zeigt an einer Spraydose, was passieren kann, wenn man einen Druckbehälter großer Hitze aussetzt – er explodiert mit verheerenden Folgen, selbst wenn er fast leer ist.
Einen ebenfalls lebensgefährlichen Knall kann falsches Löschen verursachen, etwa wenn Wasser in brennendes Öl gelangt.
Welche Brandsituationen überhaupt auftreten können und wann welche Löschmaßnahme zu ergreifen ist, erläutert ein Feuerwehrmann anhand der Brandklassen A, B, C, D und F. Mit einem Feuerlöscher-Training endet Station 2.

zwei Menschen in PSA kehren vor einem Tank

Zu zweit und ausgerüstet mit der richtigen PSA ist es am
wenigsten gefährlich, ausgetretene
Gefahrstoffe unschädlich zu machen.

Gegenüber in einer Lagerhalle warten Andreas Held (ISL) und Ralf Lamprecht (ÜSD). Sie simulieren an einem Blechfass die Situation einer Gefahrstoff-Leckage und wie man sich dann verhalten sollte:

  1. Gefahrstelle weiträumig absperren
  2. Betrieb informieren
  3. Im Zweierteam die Gefahr entschärfen - niemals allein!
  4. PSA und Schutzkleidung anlegen
  5. Abflüsse im Fußboden abdecken
  6. Weiteren Gefahrstoff-Austritt verhindern
  7. Bindemittel von außen nach innen auf die Gefahrstoff-Lache streuen
  8. Gebundenen Gefahrstoff in den Sondermüllbehälter geben

Zwei Freiwillige gehen gemäß diesen Hinweisen vor und zeigen dem Publikum, wie man so die Gefahr für Leib und Leben minimiert.

ein Helfer legt ein Opfer in die stabile Seitenlage

In Übungen – hier die stabile Seitenlage – frischen
die Teilnehmenden ihr Erstversorger-Können
wieder auf.

Bei der Station „Erste Hilfe“ beschreibt ein Rettungssanitäter die optimale Rettungskette, leitet die Teilnehmenden dabei an, einen Druckverband richtig anzulegen und einen Verletzten in die stabile Seitenlage zu bringen. Dinge also, die jeder schon mal im Rahmen seiner Führerscheinprüfung gemacht, aber seither allzu selten wiederaufgefrischt hat.

Um unser größtes Organ, die Haut, geht es schließlich im Inforaum der BG RCI. Hier stehen ein Hautscreening der Hände und die Fluoreszenzmethode im Mittelpunkt. Ein aufgenommenes Bild der Haut zeigt beispielsweise trockene Hautstellen; Messungen der Feuchte und des pHWerts lassen eine Aussage über die Beschaffenheit der Hautbarriere der Probanden zu.

Auch das Eincremen der Hände ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht: Eine fluoreszierende Creme macht die kleinen Schwachstellen unter einer UV-Lampe sichtbar.
Neues zu lernen und Vergessenes aufzufrischen, macht mächtig Hunger.

Und so endet die gelungene Gesundheitsaktion mit einem deftigen Imbiss aus der Gulaschkanone. Dabei erleben Carsten Koppe und seine Mitstreiter das wohl Wichtigste des heutigen Tages: In den Tischgesprächen zeigen die Kolleginnen und Kollegen ihre Wertschätzung für den Einsatz ihrer Arbeitgebenden für Gesundheit und Wohlbefinden – und vermitteln den Eindruck, etwas für ihr Leben gelernt zu haben. 

 Andreas Held (ISL), Dieter Metzner (ÜSD), Susanne Kürsten (ISL), Carsten Koppe (MOL) und Torsten Schade (A&F) stehen nebeneinander