Aktuelles

Das R und das UND machen die Explosionsgefährdungsbeurteilung rund

Mit diesem Merksatz resümierten Oswald Losert, Stefan Grund und Uli Barth ihren Fachvortrag zur neuen TRGS 720:2020 auf der VDI-Fachtagung „Sichere Handhabung brennbarer Stäube 2020“ am 4./5. November.

Im Rahmen der traditionsgemäß aller drei Jahre an sich in Nürnberg diesmal allerdings als online-Videokonferenz stattfindenden VDI-Fachtagung "Sichere Handhabung brennbarer Stäube 2020" befassten sich die Autoren Dr. Oswald Losert, Dipl.-Ing. Stefan Grund und Prof. Dr. Uli Barth unter dem Titel

Aus einem Duktus werden zwei – Bewährtes und Neues bei der Sicherheitsbetrachtung zur betrieblichen Explosionsgefahr

mit der neue TRGS 720:2020. Im Rahmen des Fachbeitrags wurden die Technischen Regeln 720 normativ verortet, danach betriebsbewährte Aspekte der Regeln erläutert, bevor neue Elemente vorgestellt und auf den anwendungstechnischen Nutzen eingegangen wurde. Der Fachbeitrag ist in den VDI-Berichten Nr. 2376, 2020 (ISSN 0083-5560, ISBN 978-3-18-092376-5) auf den Seiten 123 bis 143 veröffentlicht und kann dank der Zustimmung der die Fachtagung veranstaltenden VDI Wissensforum GmbH als Auszug den Lesern der EXINFO zugänglich gemacht werden.

Den Vortrag können Sie hier einsehen.


Umgang mit Prüfpflichten von Arbeitsmitteln während der COVID-19 Pandemie

Durch die während der Pandemie bestehenden Einschränkungen, können in Einzelfällen Prüfungen von Arbeitsmitteln nicht durchgeführt und Prüfpflichten von Arbeitsmitteln nicht eingehalten werden.

Die Fachbereiche der DGUV geben Empfehlungen, um die Verwendung von Arbeitsmitteln in sicherer Weise zu ermöglichen, wenn festgelegte Prüffristen aufgrund der derzeit bestehenden Einschränkungen, die auf die COVID-19 Pandemie zurückzuführen sind, nicht eingehalten werden können.

Die Stellungnahme der Fachbereiche zum Umgang mit Prüfpflichten von Arbeitsmitteln während der COVID-19 Pandemie finden Sie hier

In der Stellungnahme wird bezüglich der Prüfungen von überwachungsbedürftigen Anlagen durch zugelassenen Überwachungsstellen auf die Übersicht der ZLS verwiesen, hinsichtlich der Regelungen/Erlasse in einigen Bundesländern, siehe


Ist der Einsatz von Armbanduhren, Taschenrechnern, Hörgeräten, Smartwatches, Fitnessarmbändern, GPS-Uhren o. ä. im explosionsgefährdeten Bereich möglich?

Das Komitee 235 „Errichtung elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Betriebsstätten” der Deutschen elektrotechnischen Kommission hat sich vor längerer Zeit mit der Frage beschäftigt, inwieweit elektrisch angetriebene Armbanduhren in explosionsgefährdeten Bereichen verwendet werden können. Das Komitee hat dazu eine Stellungnahme abgegeben. Darin wird u. a. ausgeführt, dass Versuche in der chemischen Industrie, die bereits vor ca. 30 Jahren mit Motoren der Zündschutzart „erhöhte Sicherheit” <nobr>(Ex e</nobr> in Schutzart IP 44) durchgeführt worden sind, ergeben haben, dass bei laufendem Motor eine explosionsfähige Atmosphäre etwa 40 bis 60 Minuten vorhanden sein muss, ehe im Motorinnern ebenfalls Explosionsgefahr herrscht.

Gestützt auf diese Erfahrungen kann bei Berücksichtigung von Gehäusegröße, und Gehäusekonstruktion davon ausgegangen werden, dass das Eindringen von explosionsfähiger Atmosphäre in eine Armbanduhr wenigstens eine Größenordnung länger dauert, auch wenn das Gehäuse nicht wasserdicht sein sollte. Weil sich eine solche Uhr aber am Arm oder mindestens in der Bekleidung eines Menschen befindet, der sich ohnehin nicht lange in explosionsfähiger Atmosphäre aufhalten kann, da dann meist Arbeitsplatzgrenzwert-Überschreitungen vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass in der Praxis in Gehäuse von Armbanduhren, auch bei Berücksichtigung besonders ungünstiger Umstände, explosionsfähige Atmosphäre nicht eindringen wird. Deshalb ist das Komitee K 235 der Ansicht, dass elektrisch digitale und analog anzeigende Armbanduhren ohne zusätzliche Sonderfunktion wie z. B. Rechner in explosionsgefährdeten Bereichen der Zonen 1 und 2 gefahrlos verwendet werden dürfen. Arbeiten in Zone 0 sind ohnehin zu vermeiden.

Häufig wird mittlerweile die Frage nach dem Tragen von Smartwatches, Fitnessarmbändern, GPS-Uhren o. ä. gestellt. Diese verfügen allerdings über vielseitige Sonderfunktionen wie Rechner, Funkverbindung über Bluetooth und ähnliches. Eine Verwendung von handelsüblichen Smartwatches, Fitnessarmbändern, GPS-Uhren o. ä. in explosionsgefährdeten Bereichen ist daher auszuschließen.

Zum Einsatz von Hörgeräten in explosionsgefährdeten Bereichen kann die Beurteilung nicht nur auf der Basis der Batteriespannung allein erfolgen, sondern hier sind zündfähige induktive Stromkreise gegebenenfalls enthalten und mit zu berücksichtigen. Die Zündgefahr von Kompaktgeräten, die im Ohr getragen werden, ist als sehr gering anzusehen, so dass diese in Zone 1 und 2 getragen werden können, sofern diese nicht mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen bestückt sind. Eventuelle Fernbedienungen dürfen im Ex-Bereich nicht mitgeführt werden. Bei einem eventuellen Herausfallen aus dem Ohr und einer dabei möglichen Zerstörung des Gehäuses sowie dem gleichzeitigen Vorhandensein einer explosionsfähigen Atmosphäre wird die Zündgefahr als ausreichend gering angesehen.
Andere Hörgeräte als Kompaktgeräte sind im Einzelfall zu prüfen und zertifizieren zu lassen. Von der ehemaligen DMT-Gesellschaft, Fachstelle für Sicherheit elektrischer Betriebsmittel, Bergbau Versuchsstrecke Dortmund-Derne (jetzt DEKRA EXAM), wurden 2 Hörgerätetypen verschiedener Hersteller für die Benutzung unter Tage untersucht und für die Gruppe I elektrischer Betriebsmittel zertifiziert.
Zum Einsatz von Taschenrechnern muss darauf hingewiesen werden, dass auch bei solarbetriebenen Taschenrechnern ab einer bestimmten Anzahl von Solarzellen gegebenenfalls Spannungen auftreten können, die eine Zündgefahr ermöglichen, so dass nach Auffassung des Komitees im Einzelfall geprüft und bescheinigt werden muss.


Einsatz von flexiblen Schüttgutbehältern (FIBC) in explosionsgefährdeten Bereichen

Für flexible Schüttgutbehälter (FIBC) werden nach der Norm DIN EN 61340-4-4 (VDE 0300-4-4) Normprüfverfahren hinsichtlich ihrer Eignung in elektrostatischer Hinsicht angegeben. Dazu besteht eine Klassifizierung in vier Typen A, B, C und D. Die Kennzeichnung der FIBC nach diesen Typen ist in der Norm festgelegt und es werden entsprechende Hinweise für die sichere Verwendung gegeben.

Mehr Informationen erhalten Sie auf dem Explosionsschutzportal der BG RCI unter "Antworten auf häufig gestellte Fragen/Elektrostatik"