IVSS Symposium – Mitarbeiterqualifizierung zum Explosionsschutz


Symposium der IVSS zu Mitarbeiterkompetenz im Explosionsschutz auf der ISHPMIE 2022
„Explosion Prevention – safe technology is not enough – personal competence is mandatory“

Es gibt doch sichere Geräte! Warum noch Qualifizierung zum Explosionsschutz?
Um sicher in explosionsgefährdeten Bereichen arbeiten zu können, müssen Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die Qualifizierung von Mitarbeitenden zu Fragen und Maßnahmen des Explosionsschutzes ist eine wesentliche Voraussetzung für die Wirksamkeit dieser Schutzmaßnahmen. Diese Kompetenz zu vermitteln, ist eine Herausforderung für alle, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tätigkeiten ausführen oder in Bereichen arbeiten, bei denen eine Explosionsgefährdung auftreten kann. Dies gilt gleichermaßen in der Forschung wie im gewerblichen oder industriellen Umfeld. Die Aktualität des Themas zeigt sich an einem aktuellen Normungsvorhaben (Entwurf der IEC 60079-44), das eine organisatorische Grundlage in Unternehmen beschreiben will, die eine solche Qualifikation für Mitarbeitende aller Bereiche gewährleistet und durch Audits externer Dienstleister nachprüfbar ist.

International besteht Einigkeit über das grundsätzliche Erfordernis geeigneter und für ihre Aufgaben hinsichtlich des Explosionsschutzes qualifizierter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die nationalen Wege, wie diese Anforderung durch Arbeitgeber umzusetzen ist und welche Regularien zu beachten sind, unterscheiden sich.

Beispiele:

  • In Deutschland ist ein Technisches Regelwerk zur Untersetzung staatlicher Arbeitsschutzverordnungen vorhanden (TRGS und TRBS). Eine verbindliche Normung organisatorischer betrieblicher Arbeitsschutzmaßnahmen wird aber durch den „Gemeinsamen Deutschen Standpunkt“ abgelehnt.
  • Demgegenüber existiert in Österreich eine Norm (ÖNORM Z 2200), die Anforderungen hinsichtlich Kompetenzen und Erfahrungen für geeignete fachkundige Personen für den Explosionsschutz regelt.
  • In Frankreich gibt es eine Art „good practice-Empfehlungen“ für den betrieblichen Arbeitsschutz in bestimmten Bereichen, die mit den nationalen Behörden abgestimmt sind und die die Anforderungen des Arbeitsschutzrechts umsetzen.

Die IVSS unterstützt die Qualifizierung bereits durch die Bereitstellung internationaler Schulungsunterlagen für den Explosionsschutz. Um noch aktiver zur Kompetenzvermittlung beizutragen, richtet die Sektion Chemie der IVSS am Nachmittag des 12. Juli 2022 im Rahmen der ISHPMIE ein Symposium mit dem Titel „Explosion Prevention – safe technology is not enough – personal competence is mandatory“ aus:

  • In Beispielen aus der Praxis wird der gesamte Lebenslauf einer Ex-Anlage - vom Einkauf, über die Aufstellung, die Nutzung und Veränderungen an der Anlage - unter die Lupe genommen. So wird gezeigt, dass alle Beteiligten - je nach ihren Aufgaben - auch angemessene Kompetenz im Explosionsschutz benötigen, damit in einer sicheren Anlage alle Tätigkeiten sicher ausgeführt werden können.
  • Referierende aus Österreich und Frankreich stellen deren unterschiedliche Wege vor: Auf der einen Seite beispielhaft anhand der zentralen Forderung nach Gefährdungsbeurteilung und Explosionsschutzkonzept, auf der anderen mittels eines Gesamtkonzepts zur Qualifizierung in Sachen Explosionsschutz.
  • In einer Podiumsdiskussion werden Vor- und Nachteile der verschiedenen Ansätze diskutiert. Damit soll allen ermöglicht werden, herauszufinden, welche Aspekte unter ihren jeweiligen Rahmenbedingungen hilfreich und zielführend erscheinen, um möglichst effizient die erforderliche Kompetenz zum Explosionsschutz aufzubauen.

Die Kongresssprache ist Englisch.

Anmelden können Sie sich unter: https://ishpmie2022.ptb.de/ishpmie2022
Es besteht auch die Möglichkeit, sich nur für das IVSS-Symposium anzumelden.

Flyer zum IVSS-Symposium