3.17 Kann man ein Gaswarngerät auch ohne die Filter, die während des Betriebes aufgesetzt sind, prüfen (kalibrieren und justieren)?

Nein. Insbesondere bei Wärmetönungs-, Metalloxidhalbleiter- und elektrochemischen Sensoren ist das Messsignal nicht nur von der Konzentration (bzw. Partialdruck) des Messgases abhängig, sondern auch davon, wie schnell die Gasmoleküle mit dem Sensorelement wechselwirken. Filter wirken als so genannte Diffusionsbarriere und verlangsamen die Wechselwirkung, was eine niedrigere Signalhöhe zur Folge hat. Kalibriert und justiert man bei eingesetztem Filter, wird dessen Einfluss durch eine höhere Signalverstärkung kompensiert. So wird dann die korrekte Anzeige erhalten.

Die Justierung ohne Filter, bei nachfolgendem Einsetzen des Filters, führt zu einer deutlich reduzierten Konzentrationsanzeige während des Betriebs des Gaswarngerätes! Dies bedeutet: Die tatsächliche Gaskonzentration kann höher sein, als es das Gerät anzeigt. Dies kann eine Sicherheit vortäuschen, die nicht gegeben ist.

Abweichungen von dieser Verfahrensweise, zum Beispiel aufgrund außergewöhnlicher Einsatzbedingungen, erfordern besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Gaswarngeräte. Sie sollten in jedem Fall mit dem Hersteller des Gaswarngerätes abgestimmt und in geeigneter Form dokumentiert sein, zum Beispiel in der Betriebs- und Wartungsanleitung des Herstellers oder der Gefährdungsbeurteilung.

 

(FAQ “Gaswarneinrichtungen und -geräte": Stand 10/2023)