Hautkontakt mit reizendem Gefahrstoff

Gefahrstoff immer ernst nehmen

Ein Mitarbeiter wurde einige Minuten vor dem Ende seiner Schicht durch eine kleine Menge Methyl-4-toluolsulfonat aus einem Schlauch seitlich am Körper getroffen. Eigentlich hätte er nun die benetzte Kleidung ablegen und die betroffene Hautstelle mit Wasser spülen sollen. Da dieser Stoff jedoch „nur“ als reizend eingestuft ist und er keine Beschwerden verspürte, entschied er sich dafür, seine Arbeit rasch noch zu beenden, da er am gleichen Abend noch verreisen wollte. Beim Duschen nach Arbeitsende bemerkte er zwar geringfügige Hautrötungen, trat seine Reise jedoch trotzdem an, ohne dieser besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Am nächsten Tag fuhr er eilends zurück und ins Krankenhaus, da sich die Hautrötung mittlerweile zu einer massiven Zerstörung des Gewebes entwickelt hatte, die eine langwierige und sehr unangenehme Behandlung nach sich zog.

Wie sich auch hier wieder zeigt, ist es unbedingt erforderlich, mit den Gegenmaßnahmen bei einer Kontamination sofort zu beginnen, auch wenn der Stoff scheinbar „harmlos“ ist und man zunächst nichts spürt. Wer zu lange wartet, für den kann das „dicke Ende“ sehr bald nachkommen.

Siehe: Sichere Chemiearbeit 11-1999, Seite 131