Berufskrankheiten

Berufskrankheiten entwickeln sich vielfach über einen längeren Zeitraum. Bei einigen Krankheiten liegen zwischen der schädigenden Einwirkung (Exposition) und dem Krankheitsausbruch sog. Latenzzeiten von bis zu mehreren Jahrzehnten. Ihre Ursache liegt also oft viele Jahre zurück, die tatsächlichen Gegebenheiten bei Bekanntwerden der Krankheit sind oft nur noch schwer zu ermitteln.

Beispiele

  • Eine Asbestexposition hat in den 1970er Jahren bestanden. Erst jetzt tritt eine Asbeststaublungenerkrankung auf.
  • Bei einer Tätigkeit unter Tage bestand eine erhebliche Exposition gegenüber Quarzstäuben. Jahre später wird eine Silikose festgestellt.


Besondere Voraussetzungen

An einige Erkrankungen sind weitere rechtliche Voraussetzungen geknüpft. Sie können erst dann als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn sie durch Tätigkeiten in bestimmten Gefährdungsbereichen verursacht worden sind; bei anderen Berufskrankheiten muss die erkrankte Person selber etwas tun, nämlich alle Tätigkeiten unterlassen, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können. So können zum Beispiel durch besondere Einwirkungen verursachte Wirbelsäulenschäden, obstruktive Atemwegserkrankungen oder bestimmte Hauterkrankungen erst dann als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn nicht nur die medizinischen und arbeitstechnischen Voraussetzungen vorliegen, sondern zudem die gefährdende Tätigkeit aufgegeben wird. Wird die Tätigkeit trotz der Krankheit weiter ausgeübt, liegt rechtlich keine Berufskrankheit vor und eine Anerkennung kann nicht erfolgen.