Der Reha-Preis der BG RCI

Logo Reha-Preis 2019 für vorbildliche Wiedereingliederung

Unsere Auszeichnung für vorbildliche Wiedereingliederung

Nach einem Arbeitsunfall oder bei Vorliegen einer Berufskrankheit ist für die Betroffenen neben der medizinischen Versorgung die Wiederaufnahme der bisherigen oder einer anderen geeigneten Tätigkeit sowie die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben außerordentlich wichtig. Der Genesungsprozess wird dadurch entscheidend beeinflusst. Die BG RCI würdigt daher mit dem Reha-Preis jährlich das Engagement von Unternehmen, die sich in besonderem Maße für die Wiedereingliederung verletzter oder erkrankter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdient gemacht haben. Der erste Reha-Preis der BG RCI wurde 2018 verliehen.

Unsere Reha-Managerinnen und Reha-Managern in den Bezirksdirektionen vor Ort sammeln Fälle, in denen sich Unternehmen in herausragender Weise für ihre Mitarbeitenden eingesetzt haben. Diese werden dem als Jury tätigen Reha- und BK-Ausschuss vorgestellt, der über die Preisvergabe entscheidet. Der 1. Platz ist mit 5.000 Euro dotiert.


Reha-Preis 2019

Verleihung des Reha-Preises 2019 der BG RCI an die MöllerMiner GmbH (v. l. n. r.): Thomas Köhler, Hauptgeschäftsführer der BG RCI, Dr. Ulf Kürschner, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Reha- und Berufskrankheitenausschusses der BG RCI, Dr. Markus Wittmann, Geschäftsführer MöllerMiner GmbH, Claus Kirchner, Technischer Leiter MöllerMiner GmbH, Carsten Stieber, Teamleiter Unfall in der Bezirksdirektion Bochum, BG RCI

Verleihung des Reha-Preises 2019 der BG RCI an die MöllerMiner GmbH (v. l. n. r.): Thomas Köhler, Hauptgeschäftsführer der BG RCI, Dr. Ulf Kürschner, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Reha- und Berufskrankheitenausschusses der BG RCI, Dr. Markus Wittmann, Geschäftsführer MöllerMiner GmbH, Claus Kirchner, Technischer Leiter MöllerMiner GmbH, Carsten Stieber, Teamleiter Unfall in der Bezirksdirektion Bochum, BG RCI

Von einem Tag auf den anderen ist das Leben von Claus Kirchner auf den Kopf gestellt: Nach einem schweren Autounfall auf dem Weg zur Arbeit ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Doch Aufgeben ist für ihn keine Option: Er kämpft sich zurück ins (Arbeits-)leben. Sein Arbeitgeber, die MöllerMiner GmbH in Delbrück, unterstützt ihn dabei nach Kräften – und erhält dafür den Reha-Preis der BG RCI.

An seinen Unfall kann sich Claus Kirchner noch ganz genau erinnern. Der Technische Leiter der MöllerMiner GmbH ist Ende August 2017 gerade auf dem Weg zur Arbeit. Mit seinem Motorrad passiert er gerade eine Reihe von Autos, als der Fahrer eines der Fahrzeuge vor ihm plötzlich nach links ausschert. Claus Kirchner hat keine Chance, den Zusammenstoß zu verhindern. Er fliegt von seinem Motorrad und knallt mit dem Rücken auf eine Gehsteig-Kante. Seitdem ist er querschnittgelähmt.

Vier Monate befindet sich Kirchner zur medizinischen Behandlung und anschließender Rehabilitation im BG Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum. Während Claus Kirchner in der Reha ist, überlegt sein Arbeitgeber gemeinsam mit der BG RCI, wie seine Wiedereingliederung gelingen kann. „Ich brauche ihn wegen seines Kopfes und nicht als 100-Meter-Läufer!“, sagt Geschäftsführer Dr. Markus Wittmann. Doch die baulichen Gegebenheiten sind nicht rollstuhlgeeignet. Deshalb starten bei MöllerMiner umfangreiche Umbauarbeiten: Kirchners Büro sowie die Räume seiner Mitarbeitenden ziehen in einen anderen Gebäudeteil, zu dem nur wenige Stufen führen. An diesen wird ein Treppenlift montiert. Der Eingangsbereich bekommt eine Rampe, ebenso wie der Weg in die Produktionshalle. Außerdem wird eine behindertengerechte Toilette eingerichtet und sein Dienstwagen so umgebaut, dass Claus Kirchner ihn weiter nutzen kann. Viereinhalb Monate nach seinem Unfall beginnt der 57-Jährige mit der Wiedereingliederung, im Februar 2018 ist sie abgeschlossen. Sogar auf Dienstreisen fährt er weiterhin.

Die MöllerMiner GmbH
Die MöllerMiner GmbH im westfälischen Delbrück ist ein Tochterunternehmen der MöllerFlex GmbH, die zusammen mit den Möllerwerken und der MöllertechInternational die Möllergroup bildet. MöllerMiner ist ein 8-Personen-Betrieb und entwickelt und fertigt spezielle, technologisch eigenständige Hochleistungsdämpfer und -dämpferelemente aus Kunststoff. Insgesamt hat die Möllergroup 2000 Beschäftigte.


Filmbeitrag zum Reha-Preis 2019

Seit seinem Motorradunfall 2017 ist Claus Kirchner querschnittgelähmt. Die Diagnose war selbstverständlich ein Schock für ihn. „Es gab natürlich einige Tränen am Anfang, bei denen man darüber nachgedacht hat: Was hat das Leben noch für einen bereit?“, erzählt er. Trotzdem blickt er entschlossen nach vorne: „Aber ich bin schnell damit klargekommen, dass ich nicht mehr werde laufen können.“


Reha-Preis 2018

Verleihung des 1. Reha-Preises der BG RCI an die Firma F. W. Feldges aus Viersen

Der 1. Platz des Reha-Preises für vorbildliche Wiedereingliederung der BG RCI wurde am 4. Juli 2018 an die Fa. F. W. Feldges aus Viersen verliehen (v.l.n.r.): Thomas Köhler, Sprecher der Geschäftsführung der BG RCI, Christina Admiral, Ehefrau des Versicherten, Wolfgang Isenberg, Sachgebietsleiter Teilhabe/Reha-Management, BG RCI, Bezirksdirektion Köln, Dr. Ulf Kürschner, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Reha- und Berufskrankheitenausschusses der BG RCI, die Preisträger Friedhelm und Maria Feldges, Unternehmerehepaar, Nico Admiral, Sohn des Versicherten, Andree Admiral, Versicherter

Der mit 5.000 Euro dotierte 1. Preis geht an das Familienunternehmen F. W. Feldges, einen Polstermöbelbetrieb aus dem niederrheinischen Viersen. Das Unternehmerehepaar Maria und Friedhelm Feldges erhielt den Preis für sein vorbildliches Engagement bei der Wiedereingliederung eines verunfallten Mitarbeiters.

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf dem Heimweg von der Arbeit hatte sich der Mitarbeiter, der als Polsterer bei der Firma Feldges arbeitet, massive Becken- und Knieverletzungen zugezogen. Da er als Polsterer heben und tragen sowie meist stehen muss, war zunächst offen, ob er seine bisherige Tätigkeit nach Krankenhausaufenthalt und Rehabilitation wieder würde aufnehmen können. Zumal die Schwere der Verletzungen eine Wiedereingliederung des darüber hinaus stark schwerhörigen Mitarbeiters erst ein halbes Jahr nach dem Unfall erlaubte. Für das Ehepaar Feldges war aber von Anfang an klar, dass sie den Mitarbeiter auf jeden Fall, auch bei möglicherweise verminderter Leistungsfähigkeit, weiterbeschäftigen würde! Das wirkte auf das Heilverfahren überaus motivationsfördernd. Sein Arbeitsplatz wurde mit einem speziell für ihn angefertigten elektrischen Hubtisch und einer Stehhilfe ausgestattet. Zudem wurde er durch organisatorische Maßnahmen von besonders schwerer körperlicher Tätigkeit entlastet. Mittlerweile ist der Mitarbeiter wieder in Vollzeit tätig.


Filmbeitrag zum Reha-Preis 2018

Für Andree Admiral, seit 20 Jahren Polsterer bei der Firma Feldges, ist seit seinem Unfall im August 2016 nichts mehr wie zuvor. Der Polsterer erleidet ein schweres Polytrauma mit Becken- und Knieverletzung. Mit dem Hubschrauber wird er ins Krankenhaus nach Krefeld geflogen, liegt drei Tage im Koma. Wenig später wird er in das BG Klinikum Duisburg verlegt. Es dauert drei Monate, bis Andree Admiral das Krankenhaus verlassen kann. Danach beginnt die ambulante Reha. Am 20. Februar 2017, ein halbes Jahr nach seinem Unfall, geht der Polsterer zum ersten Mal wieder für zwei Stunden zur Arbeit. Anfang April ist die Wiedereingliederung beendet.